Bolivien in Deutschland

Vortrag von S.E. Evo Morales Ayma an der Technischen Universität Berlin

Foto: © David Ausserhofer- TU Berlin

Bilaterale Beziehungen

Botschafterin mit Präsident Gauck
Botschafterin mit Präsident Gauck

Die bilateralen Beziehungen zwischen Bolivien und Deutschland können auf eine lange Tradition der Freundschaft und des Vertrauens zurückblicken. Sie reichen zurück bis zum 19. Jahrhundert, als Bolivien das Licht der Unabhängigkeit erblickte. Seitdem haben Treffen auf höchster politischer Ebene von Regierung und Parlament, Arbeit gemischter Kommissionen im Bereich Kultur und wirtschaftlicher Zusammenarbeit, Stärkung des Austausches in Handel und Bildung sowie die wichtigen Städtepartnerschaften die bilateralen Beziehungen beider Länder fortwährend gestärkt.

1825 war die Hamburger Hanse der erste Staat, der die neu gegründete Republik Bolivien anerkannte. Mit der Ernennung des ersten deutschen Honorarkonsuls in La Paz firmiert in der Geschichtsschreibung das Jahr 1871 als offizieller Beginn der bilateralen Beziehungen beider Staaten. 1874 entsendete Bolivien einen diplomatischen Vertreter an den Preußischen Hof von Wilhelm Friedrich IV. Angesichts deutscher Migration und wachsenden Handels wird 1902 eine erste feste diplomatische Vertretung Deutschlands in Bolivien verzeichnet. Vorher wurden die diplomatischen Beziehungen von Santiago de Chile und Lima/Peru aus unterhalten. Im Ersten Weltkrieg brach Bolivien seine Beziehungen zum Deutschen Kaiserreich auf Druck der Alliierten ab (13. April 1917). Im Zweiten Weltkrieg ergab sich ein ähnliches Szenario, 1942 erklärte Bolivien Deutschland den Krieg.

Mit der Bundesrepublik Deutschland (BRD) nahm Bolivien im Rahmen der Unterzeichnung einer Städtepartnerschaft zwischen La Paz und Bonn im Dezember 1952 erste Beziehungen auf. Diplomatische Vertretungen wurden 1956 eingerichtet. 1959 wurde mit der Bundesregierung ein offizielles Friedens- und Freundschaftsabkommen geschlossen. Nach Erhalt einer Vollmitgliedschaft in den Vereinten Nationen nahm 1973 die Deutsche Demokratische Republik (DDR) erste diplomatische Beziehungen mit Bolivien auf.

Seit 1987 ist Bolivien prioritäres Kooperationsland deutscher Entwicklungszusammenarbeit.

Über die Jahre hat sich zwischen Bolivien und Deutschland ein Dialog gegenseitigen Vertrauens etabliert, es besteht ein kontinuierlicher Austausch über Meinungen zu Themen gemeinsamen Interesses. Dies geschieht über den bilateralen Weg oder internationale Mechanismen wie die Rio-Gruppe, den Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union, von Lateinamerika und den Staaten der Karibik (EU-LAC-Gipfel), den politischen Dialog zwischen der Europäischen Union und der Andengemeinschaft sowie im Rahmen des Gemeinsamen Marktes Südamerikas (MERCOSUR). Dazu kommt der Bereich diverser Organisationen innerhalb der Vereinten Nationen (UN) und internationaler Finanzinstitutionen.

Seit 1990 ist zwischen der Republik Bolivien und der Bundesrepublik Deutschland ein bilaterales Abkommen zur Förderung und Schutz von Investitionen in Kraft. Seit 1993 besteht zudem ein Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung.

Mit Unterzeichnung eines Kulturabkommens am 4. August 1966 wurde ein kultureller Austausch zwischen der Republik Bolivien und der Bundesrepublik Deutschland initiiert. Seit seinem Inkrafttreten 1970 finden regelmäßige Treffen der Ständigen Gemischten Kulturkommission statt.

Der kulturelle Austausch umfasst vor allem die Deutschen Schulen in La Paz und Santa Cruz, das Goethe-Institut in La Paz und die Kulturvereine in Santa Cruz, Cochabamba und Sucre. Die Deutschen Schulen in Cochabamba und Sucre erhalten zudem Finanzhilfen, um die Unterrichtung der deutschen Sprache zu fördern. Gemeinsam mit der Deutsch-Bolivianischen Industrie- und Handelskammer bietet die Deutsche Schule in La Paz einen dualen Ausbildungslehrgang zum/-r Industrie- und Außenhandelskaufmann/-frau an. Die gemeinsame Zusammenarbeit im universitären Bereich unterstützen die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) bietet Stipendien für bolivianische Student/innen an.

Deutsche und Deutsch-Bolivianische Institutionen in Bolivien

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Bolivien
Botschafter: Peter Linder

Anschrift: Av. Arce N° 2395, Ecke Belisario Salinas, La Paz
www.la-paz.diplo.de

GIZ - Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH
Bolivien ist seit drei Jahrzehnten einer der wichtigsten Partner der deutschen internationalen Zusammenarbeit. Seit 1995 ist die GIZ in La Paz mit einem Büro vertreten, das auch die Monatszeitschrift Boletín Bolivia herausgibt. Für die GIZ sind derzeit 18 entsandte und 187 nationale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 37 Entwicklungshelfer tätig.

GIZ-Büro Bolivien: Calle 21 de Calacoto No. 17 esquina Aguirre Achá, La Paz
Telefon: +591-2-2771380
E-Mail: giz-bolivien@giz.de
www.giz.de/bolivia


FES - Friedrich Ebert Stiftung
Das Projekt der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bolivien wird seit 1985 über eine eigene Repräsentation mit Sitz in La Paz betrieben.

Anschrift: Avenida Hernando Siles, Ecke calle N° 14, 5998 Obrajes, La Paz
Tel. +591-2-275 00 05
www.fes-bolivien.org


Goethe-Institut La Paz
Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Wir fördern die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland und pflegen die internationale kulturelle Zusammenarbeit.

Anschrift: Avenida Arce No 2708, Ecke Campos, La Paz
Tel: +591-2-2431916
E-Mail: info@lapaz.goethe.org
www.goethe.de/lapaz


DW Akademie
Die DW Akademie fördert Meinungsvielfalt weltweit. Medienentwicklung, Medientraining und die Aus- und Fortbildung von Journalisten und Medienmachern zählen zu den Angeboten des Trainingszentrums der Deutschen Welle. In Bolivien zielt die DW Akademie auf eine Stärkung der Berufskompetenzen von Journalisten. Hier unterstützen wir die Institutionen in La Paz und Santa Cruz, um duale journalistische Ausbildungsstrukturen zu etablieren. Erstmalig wird dadurch bolivianischen Nachwuchsjournalisten eine praxisorientierte Ausbildung ermöglicht.

E-Mail: dw-akademie@dw.de
www.dw-training.de

KfW – Entwicklungsbank
Wir sind die deutsche Entwicklungsbank, verankert in der KfW-Bankengruppe. Unsere rund 650 Mitarbeiter, davon etwa 190 Fachkräfte in unseren Büros vor Ort, arbeiten mit Partnern auf der ganzen Welt zusammen. Unser wichtigster Auftraggeber ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

KfW in La Paz: Calle 21 de Calacoto No 17, Ecke Aguirre Achá – Calacoto, La Paz
Tel.: +591-2-2 77 24 09
kfw.lapaz@kfw.de
www.kfw-entwicklungsbank.de


AHK - Deutsch-Bolivianische Industrie- und Handelskammer
DEinternational ist die neue Dienstleistungsmarke der deutschen Auslandshandelshandelskammern seit dem 1. Januar 2006. Sie ist der Türöffner für den Mittelstand in 80 Ländern und bietet Ihnen einen einheitlichen Service und eine weltweit vernetzte Beratung.
Eine der wichtigsten Aufgaben der Deutsch-Bolivianischen Industrie- und Handelskammer, als Teil dieses DEinternational-Netzwerkes, ist es, deutsche und bolivianische Unternehmen bei der Markterschließung zu beraten und bei der Anbahnung von Geschäftsbeziehungen zu unterstützen.

Anschrift: Calle 15 Calacoto Nº 7791 Torre Ketal Of.311
Tel.: +591-2-2795151
E-Mail: ahk(at)ahkbol.com
www.bolivien.ahk.de


KAS - Konrad Adenauer Stiftung
Die Konrad-Adenauer-Stiftung leistet mit ihren Programmen und Projekten einen aktiven Beitrag zur internationalen Zusammenarbeit und Verständigung.

Anschrift: Av. Walter Guevara No 8037, Calacoto, La Paz (Ex. Av. Arequipa, fast Ecke Plaza Humboldt)
Casilla de Correo 9284, La Paz
Tel. +591-2-278 69 10
E-Mail: info.bolivia@kas.de
www.kas.de/bolivien/es/


DAAD - Deutscher Akademischer Austauschdienst
Der Deutsche Akademische Austauschdienst ist die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern.

Bewerbungsort für Stipendien:
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, Kulturreferat
Avenida Arce 2395, Casilla 526, La Paz 
Tel.: +591-2-244 00 66
E-Mail: ku-100@lapa.diplo.de
www.daad.de


Deutsche Schule "Mariscal Braun"

Direktor: Dieter Stolze
Anschrift: Av. Alexander #100, Achumani, La Paz 
Telefon: 00591-2-2710812
E-Mail: d.stolze@colalelapaz.edu.bo 
www.colalelapaz.edu.bo