Beni
Die Dörfer von Moxos (heute Beni) wurden im Zuge der Missionierung der indigenen Bewohner errichtet, die die in den Departamentos Santa Cruz und Cochabamba ansässigen Missionare im 17. Jahrhundert durchführten.Im Jahre 1675 zogen der Jesuit Castillo und die Patres Marbán und Ciprianio Barace, die mit der Inbesitznahme der Region beauftragt waren, von Lima nach Santa Cruz, wobei sie den Río Guabay bis in die Gegend von Moxos hinauffuhren, wo die Patres Orellana,Vega und Letuna im Jahre 1682 die erste Mission namens Nuestra Señora de Loreto gründeten.
Die Jesuitenmissionen, aus denen heute Städte und Dörfer geworden sind, wurden an den Ufern der Flüsse Mamoré und San Miguel errichtet und erstreckten sich von Loreto bis San Simón.
Die heutige Hauptstadt von Beni war ursprünglich die Mission Santísima Trinidad und wurde im Jahre 1686 durch Pater Cipriano Barace gegründet.
Das Departamento selbst ist durch seine ausgedehnten Wälder, sein tropisches Klima sowie seine breiten und wasserreichen Flüsse gekennzeichnet.
Allgemeine Angaben
Lage: Das Departamento Beni liegt in der Amazonasregion, im Nordosten des Landes nahe der Grenze zu Brasilien.Fläche: 213.654 km²
Bevölkerung: 362.000 Einwohner (Stand im Jahre 2001)
Klima: Tropisch und feucht, mit einer durchschnittlichen Jahresniederschlagsmenge zwischen 1000 und 4000 mm.
Sprachen: Spanisch und verschiedene indigene Sprachen
Hauptfeste:
Dreifaltigkeitsfest (Fiesta de la Santísima Trinidad): Mai - Juni
Gedenktag der Magdalena: 22. Juli
Patronatsfest von Moxos (Santo Patrono de Moxos): 2. August
Mosetenes-Fest (Fiesta de los Mosetenes): 20. August
Flughafen: "Jorge Herrich" Tel.: +591 (3) 4621221
Zugangswege:
Landweg: Regelmäßiger Transferdienst von La Paz, Trinidad, Santa Cruz und San Ignacio. Von Brasilien aus besteht ein Zugang über Guajaramirin und Marques.
Luftweg: Flugverbindungen bestehen von den wichtigsten Städten aus über die Orts- und Landesflugunternehmen. Die internationale Einreise erfolgt über Santa Cruz und La Paz.
Wasserweg: Von den Provinzen der Departamentos La Paz, Cochabamba und Santa Cruz aus bestehen darüber hinaus Wasserzugangswege. Die Grenzhäfen zu Brasilien sowie das Innere Benis sind über ganzjährig schiffbare Flüsse erreichbar.
Touristeninformation:
Unidad Departamental de Turismo. Prefectura del Departamento, Plaza Principal. Tel.: +591 (3) 4621722.
Touristenattraktionen in der Stadt Trinidad
Im Nordteil liegt die Altstadt mit ihrer kolonialen Architektur, ihren breiten gepflasterten Straßen und weiträumigen Durchgängen, die vor der starken, für das tropische Klima chrakteristischen Sonneneinstrahlung schützen.
Trinidad hat einige bedeutende Studien- und Forschungseinrichtungen, aber auch äußerst attraktive Vergnügungsstätten wie seinen Tennisclub oder Kureinrichtungen wie z.B. das am Ufer der Suárez-Lagune gelegene Tapacaré. Auf dem ruhigen Wasser der Lagune kann der Besucher fischen oder Wasserski fahren, schwimmen oder Ausflüge per Kanu oder Ruderboot unternehmen.
In der an der Plaza Principal gelegenen Kathedrale von Trinidad bieten sich dem Besucher zahlreiche Reliquien, silberne Altaraufsätze, Kristallgerätschaften, von den indigenen Einwohnern selbst gefertigte Holzmöbel und -täfelungen sowie Glocken, deren Guss noch in der jesuitischen Epoche erfolgte.
Sehenswürdigkeiten im Departement Beni
Beni stellt eine der Regionen mit der größten Biovielfalt weltweit dar und ist die Heimat eines unvergleichlichen Reichtums an einzigartigen Flora- und Faunaarten.
Verschiedene Ethnien haben diese Region bevölkert, aber die herausragende Kultur ist die in den Lomas de Moxos beheimatete Moxos-Kultur (1000 v.Chr.). Es handelt sich bei dieser Region um eine Sumpfzone mit hoher Niederschlagsmenge, was die seinerzeit hier lebenden Völker der Region dazu bewog, ihre Zitadellen und Zereminienzentren auf künstlich angelegten Hügeln zu errichten, die heute bedeutende archäologische überreste der Epoche in sich bergen. Ihr komplexes hydraulisches System umfasst auch künstliche Erdwälle, die als Schutzdeiche dienten, künstliche Drainage- und Pumpkanäle sowie künstliche Lagunen, die ihre Funktion als ständige Reserven zur Bewässerung erfüllten. Der Anbau erfolgte auf schwimmenden Inseln, die dem Zahn der Zeit getrotzt haben und auch heute noch in einwandfreiem Funktionszustand bewundert werden können. Die Traditionen und Festlichkeiten des Moxeño-Volkstamms mit ihren Musikdarbietungen auf sehr augenfälligen Instrumenten sind ein besonderer Teil des Kulturgutes der Region Beni.
Riberalta
Riberalta ist inmitten einer lieblichen Landschaft gelegen, und das Stadtbild bietet eine Mischung aus im Kolonialstil errichteten Bauwerken und Häusern im angelsächsischen Stil des 18. und 19. Jahrhunderts. Die Höhe der Stadt ist bemerkenswert, schließlich überragt sie den Zusammenfluss zweier gigantischer Ströme - des Río Beni und des Río Madre de Dios. Die Versuchsstation Prado y Tomichucua mit ihrem bezaubernden See stellen ganzjährig eine Touristenattraktion dar.
Guayaramerin
Guayaramerín ist der Haupthafen im Norden Boliviens am Río Mamoré und gleichzeitig ein bedeutendes Zentrum der Kautschuk- und Kastaniengewinnung. Guayaramerín ist für seine köstlichen Fischgerichte bekannt, die ein wahrer gastronomischer Genuss sind.
Santa Ana de Yacuma
Santa Ana del Yacuma ist die Viehmetropole Benins, geprägt von grünen, besonders für Landwirtschaft und Viehzucht geeigneten Weiden. Die vorstädtischen Zonen stellen aufgrund ihrer Jagd- und Sportangelreviere eine Touristenattraktion dar.
San Ignacio de Moxos
San Ignacio de Moxos ist die Hauptstadt der Folklore in Beni. Der Ort ist wegen eines alljährlich stattfindenden Festes berühmt, bei dem die Bewohner sich als "Toritos" und "Mamas" verkleiden, um zu Ehren des Hl. Ignatius durch die Hauptstraßen der Stadt zu ziehen. Bei diesem Fest fallen besonders die bekannten Macheteros sowie die Musikergruppen ins Auge, die auf phantasivollen, selbstgefertigten Musikinstrumenten spielen. Das Fest ist in der Tat ein freudvolles, farbenprächtiges Ereignis, das der Besucher keinesfalls missen sollte. Auf der nahe gelegenen Lagune besteht die Möglichkeit, Sportarten wie Schwimmen, Wasserski und Angeln zu betreiben sowie Ruder- und Motorbootsausflüge zu unternehmen.
Die Biostation (Estación Biológica) von Beni
Die Station liegt im Südwesten des Departamento Beni, zwischen den Provinzen Yacuma und Ballivián. Sie deckt die Region der Schwemmlandebenen ab, die von jahreszeitlichen überflutungen heimgesucht werden. Ihre Fläche beträgt 135.000 Hektar.
Das Gebiet selbst stellt eine Ansammlung von Waldinseln dar, die von den Savannen und Feuchtzonen der Moxeño-Ebenen umgeben sind. Es zeichnet sich als ausgedehnte Ebene mit minimalen Höhenunterschieden aus und beheimatet einen unvergleichlichen Artenreichtum an Fauna und Flora. Insgesamt wurden 2000 Arten von Gefäßpflanzen, 100 Säugetierarten und annähernd 470 Vogelarten, unter ihnen der Reiher, der Harfenvogel und die Schwarzente, registriert.
Es gibt eine Reihe archäologisch besonders wertvoller Stätten der präkolumbinischen Kulturen in der Ebene von Moxos, an denen auch schwimmende Inseln und Erdwälle bewundert werden können, die als eindrucksvolle Beweise einer bedeutsamen Landwirtschaftskultur gelten.
Der Großteil der Bevölkerung des Gebiets gehört der Ethnie der Chimanes an.
Das Operationszentrum "El Porvenir" befindet sich ca. 50 km von der Landstraße San Borja- Trinidad entfernt und ist besonders für die Wissenschaftler unter den Touristen ein bekanntes Ziel. Die für den Besuch der Biostation geeignetste Zeit ist die der Trockenmonate von Mai bis Oktober. Der Zugang zur Station ist sowohl auf dem Luftweg (La Paz - San Borja) als auch auf dem Landweg (San Borja - Porvenir) möglich.