Chuquisaca

Sucre, verfassungsmäßige Hauptstadt Boliviens und Sitz des Obersten Gerichtshofs, ist eine Stadt der kolonialen Türme und Kampanilen, die sich über außergewöhnlich schönen Kirchen erheben. Bekannt ist Sucre als die Stadt der vier Namen - Ciudad Blanca, Charcas, Sucre und Chuquisaca. Im Jahre 1540 an der Stelle eines indigenen Weilers gegründet, ist die Stadt von der UNESCO zum Kulturerbe der Menschheit erklärt worden - aufgrund ihres Charakers als lebendiges Museum dessen, was den Glanzpunkt des Lebens des spanischen Adels der Kolonialzeit darstellte.

Sucre liegt in 2800 Metern Höhe inmitten der Region der Zentraltäler Boliviens, zwei Autostunden auf asphaltierter Landstraße von Potosí, 30 Minuten Flugzeit von Cochabamba oder Santa Cruz und 45 Minuten Flugzeit von La Paz entfernt.

Sucre bietet eine ruhig-friedliche Atmosphäre und ist ein idealer Ort zur Erholung und zur Zurückgezogenheit von den großen hektischen Städten der Moderne. Das Nationalarchiv und die Nationalbibliothek Boliviens sowie das Archiv der Universidad Real y Pontificia des San Francisco Xavier besitzen die bedeutendsten Dokumente der Audiencia de Charcas. Im Stadtzentrum gibt es Kunstgalerien, Antiquitätenhändler sowie verschiedene Cafés und Restaurants mit landestypischen und internationalen Gerichten.

1. Allgemeine Angaben

Lage: Das Departamento Chuquisaca liegt im Südosten des Landes und ist von den Departamentos Potosí, Tarija, Santa Cruz und Cochabamba umgeben. Ein kleiner Landstreifen grenzt außerdem an Paraguay.

Fläche: 51.524 km²

Bevölkerung: 453.750 Einwohner (Stand im Jahre 2001)

Klima: Gemäßigt in den nördlichen, zentralen und südwestlichen Tälern, heiß in der östlichen Zone.

Sprachen: Spanisch und Ketschua

Hauptfeste:

Karneval (Carnavales): (beweglich), Februar-März

Pujllay de Tarabuco: 2. Sonntag im März

Virgen de Guadalupe: 8. September

Allerheiligen und Allerseelen: 1.-2. November

Weihnachten in Villa Serrano: 24. Dezember

Flughafen: Juana Azurduy de Padilla (Inlandsflugdienst), Tel. +591 (4) 6431655

Busbahnhof:

Inlandsbusverbindungen, Tel. +591 (4) 6422029

Avenida Alfredo Ostria Gutierrez (La Madona)

Vías de acceso:
Landweg: Von Potosí, Camiri, Cochabamba y Oruro.

Luftweg: Von allen Departamentos des Landes. Die Strecken werden von Lloyd Aéreo Boliviano (LAB) und AeroSur (AS) bedient.

Eisenbahnnetz: Von Potosí.

Touristeninformation:

Unidad Departamental de Turismo, Prefectura departamental, Plaza 25 de Mayo, Tel. und Fax +591 (4) 6455983.

Dirección Municipal de Turismo, Casa de la Cultura. Tel. +591 (4) 6425136

Touristenattraktionen in der Stadt Sucre

Die Casa de la Libertad, Wiege des Freiheitsrufs

Die Casa de la Libertad stellt den historischen Gebäudekomplex dar, in dem 1825 Boliviens Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet wurde. Der Hauptsalon ist nach wie vor im Stil jener Zeit erhalten, in der er die damaligen Revolutionäre beherbergte. In dem Museum werden all jene Dokumente aufbewahrt, die die historischen Ereignisse rund um die Erlangung der Unabhängigkeit dokumentieren.







Die Metropolitankathedrale

Als kulturelles Zentrum sowohl der Kolonialzeit als auch der republikanischen Epoche war die Kathedrale Aufführungsort klassischer europäischer und amerikanischer Musik. Im Kathedralmuseum finden sich noch die Manuskripte und Partituren kreolischer Kompositionen. Darüber hinaus finden sich hier auch wertvolle liturgische Geräte und Paramente der Epoche sowie holzgearbeitete Tische mit filigranen Muschel- und Perleinlagen - stummes Zeugnis des Reichtums der Kirche in kolonialer Zeit.

Der Konvent San Felipe de Neri

Der Konvent San Felipe de Neri wurde im 17. Jahrhundert errichtet und ist ein prunkhafter Ausdruck der Macht der Katholischen Kirche in der aufblühenden amerikanischen Gesellschaft. Von den Terrassen des Konvents aus, inmitten seiner mit Ziegeln der Kolonialzeit gedeckten Kuppeln, seiner Erhebungen und seiner Glockentürme, die mit dem aus den Minen von Potosí zu Tage geförderten Silber verziert sind, lässt sich das beeindruckende Panorama der Stadt gut bewundern, die zahlreiche, während der Kolonialzeit in fast jedem Häuserblock errichtete Kirchen besitzt. Das Schauspiel wird noch gesteigert durch den Blick auf die Dächer der Kolonialbauten, die alle mit rötlichen Keramikziegeln gedeckt sind, sowie ihre holzgeschnitzten Balkonen, von denen ganze Büschel roter Blumen auf die schmalen gepflasterten Gässchen der Stadt herabwinken.

Das Kloster la Recoleta

Gegründet von Franziskanern im Jahre 1601, stellt das Kloster einen Ort der Ruhe und des Gebets dar, umgeben von viereckigen, mit steinsäulenbewehrten Gängen umrundeten Innenhöfen, in denen liebliche Gärten mit Rosen und blühenden Geranien angelegt sind. Die auf die restaurierte Kapelle hin ausgerichteten Wege führen zu einem wunderschönen Chorgestühl, von dessen aus dickem Holz kunstvoll gestalteten Sitzen aus die Mönche jener Zeit ihre Gesänge erklingen ließen.

Andere Klöster

Andere interessante Klöster sind die Konvente Santa Teresa und Santa Clara, denen Ausstellungsräume angegliedert sind, in denen persönliche Gegenstände aus dem Leben der dem Konvent angehörenden Frauen besichtigt werden können. Im Konvent Santa Clara findet sich zudem eine wertvolle Bildersammlung des kolonialzeitlichen Malers Melchor Pérez de Holguín, der zu den drei bedeutendsten Malern Amerikas gezählt wird.

Museen

Die herausragendsten Museen sind die Museen der Universidad Real y Pontificia de San Francisco Xavier de Chuquisaca mit ihren verschiedenen Bereichen für Textilien, Archäologie, koloniale und zeitgenössische Malerei sowie Möbel der kolonialen und republikanischen Epoche.

Kunsthandwerk

In Sucre finden wir bedeutende Zentren für die Pflege der Textilkunst der präkolumbinischen Zeit wie beispielsweise das im Caserón de la Capellanía eingerichtete ASUR-Zentrum (Antropólogos del Sur Andino), in dem Gewebesammlungen aus der Region ausgestellt sind, auf denen neu gedeutete, von den Bewohnern der Regionen Jalka und Tarabuco selbst restaurierte symbolische Muster und Themen zu sehen sind. Ein Besuch der Sammlung ist durchaus lohnenswert.

Sehenswürdigkeiten im Departement Chuquisaca

Tarabuco

Tarabuco liegt in der Provinz Yamparaez im Departamento Chuquisaca, 60 km von Sucre - also eine Reisestunde per Landstraße - entfernt. Jeden Sonntag versammeln sich die Gemeinschaften der Region, um ihre Erzeugnisse auszutauschen. Hierbei verwandelt sich der Ort in einen bunten Markt, der von Menschen in farbenprächtigen Kleidern und wunderschönen, im Stil des Ortes gewebten Trachten überfüllt ist. Der Ortskarneval, der Pujllay de Tarabuco, findet jeweils am zweiten Sonntag im März statt. Er stellt eine der bedeutendsten indigenen Festivitäten Boliviens überhaupt dar, auf denen die Kleiderpracht der Menschen und die zum Klang bemerkenswerter Instrumente aufgeführten Tänze ihre höchste Ausdrucksform finden.

Dinosaurierspuren
Cal Orck'o

Wenige Kilometer vom Zentrum Sucres entfernt befindet sich die größte paläontologische Fundstätte der Welt. Mehr als 5000 Dinosaurier-Fußspuren von 290 verschiedenen Tieren der Jungkreidezeit warten auf den Besucher, um diesen angesichts solcher Naturwunder in Staunen zu versetzen.

Die Fundstätte wurde im Oktober 1994 entdeckt und ihr wissenschaftlicher Wert wurde im August 1998 von einem Paläontologenteam unter Leitung von Prof. Dr. Christian Meyer von der Universität Basel, Prof. Dr. Martín Lockley, dem Dekan der Geologischen Fakultät der Universität von Colorado, sowie Prof. Dr. Giusepi Leonardi von der römischen Universitá de la Sapiencia bestätigt. Es handelt sich um die größte paläontologische Fundstätte der Welt.

Angeregt durch die Bedeutung dieser ersten Entdeckung, stießen in letzter Zeit andere Wissenschaftler auf weitere Fundstätten in der Nähe von Sucre.

Vor 68 Millionen Jahren war das heutige Territorium von Chuquisaca im Süden Boliviens von einem immens großen, wenn auch nicht sehr tiefen See bedeckt, in dem sich die Dinosaurier von der reichhaltigen Vegetation ernährten.

Da sich die Fundstätte in einem Kalkfelssteinbruch befindet, der nach wie vor dem aktiven Abbau dient, werden ständig neue und für die Wissenschaft teilweise noch unbekannte Spuren gefunden.

Im Universitätsmuseum für Naturgeschichte von Sucre werden Vorträge über die paläontologischen Fundstätten von Chuquisaca angeboten. In Rumi-Rumi, einer ebenfalls am Rande von Sucre gelegenen Fundstätte aus der Devonzeit, werden auch heute noch fossile Reste von Trilobiten, Muscheln und Meeralgen entdeckt.

In der Umgebung Sucres befinden sich die Fundstätten von Lajastambo und Chaunaca sowie, in 60 Kilometer Entfernung, diejenigen von Niño-Mayu, Lajas und Oro-Pajla. An all diesen Stätten sind Dinosaurierspuren aus der Jungkreidezeit anzutreffen.