La Paz
Vor dem Hintergrund des majestätischen, schneebedeckten Illimani und eingeschlossen in ein Becken im bolivianischen Altiplano liegt in 3600 Metern Höhe die schöne, beeindruckende Stadt La Paz.
La Paz ist Regierungssitz Boliviens - eine Stadt, in der sich die Architektur sowohl der Kolonialzeit als auch der republikanischen Epoche in gut erhaltenem Zustand zeigt und mit den neuen Gebäuden harmoniert, die das Zeitalter des Fortschritts und der Moderne hervorgebracht hat. La Paz ist ein Zusammenspiel aus Tradition und Moderne, eine gastfreundliche Stadt mit faszinierenden, geheimnisvollen und bunten Landschaften.
Angesichts der Lage des Departamento La Paz, das ökosysteme sowohl des Altiplano als auch der tropischen Regionen teilt, ist die Stadt ein privilegierter Ort. Innerhalb von 1 bis 3 Stunden kann sich die Umgebung des Reisenden grundlegend verändern. D.h. er kann sich auf dem Gipfel eines schneededeckten Fünftausenders wiederfinden oder auch inmitten einer überschäumenden tropischen Vegetation, umgeben von den grünen Hügeln der subtropischen Yungas-Täler.
Allgemeine Angaben
Lage: Das Departamento La Paz liegt in der westlichen Region des Landes, im Grenzgebiet zu Peru und Chile.Fläche: 133.985 km²
Bevölkerung: 1.900.786 Einwohner (Stand im Jahre 2001)
Klima: Das Klima ist schwankend, kalt im Altiplano und subtropisch in den niedrigen übergangszonen. Die Regenzeit dauert von Dezember bis März. Im übrigen Jahr ist es im Allgemeinen warm, es kommt zu keinen größeren Niederschlägen.
Sprachen: Spanisch und Aymara
Hauptortsfeste:
Alasitas: 24. Januar
Karneval: (beweglich) Feb./März
Entrada folklorica del Gran Poder: (beweglich) Mai/Juni
Entrada folklórica universitaria: Juni/Juli
Totengedenktag/Allerseelen: 2. November
Flughafen: Der internationale Flughafen befindet sich in El Alto, ungefähr 20 Minuten von La Paz entfernt. Telefonischer Informationsdienst +591 (2) 2810122
Busstation: Die Busstation befindet sich an der Plaza Antofagasta in La Paz. Von hier verkehren Busse zu den verschiedensten Punkten im Land sowie nach Peru und Chile. Telefonischer Informationsdienst: +591 (2) 2280551 oder +591 (2) 2281065
Internationale Zugangswege:
Von Argentinien: Luft- und Eisenbahnlinie von Buenos Aires. Landweg von der Grenze mit Anschluss nach Tarija und Potosí.
Von Peru: Seeweg über den Titikaka von Puno aus, entweder über Copacabana oder über Desaguadero. Luftweg von Lima.
Von Chile: Eisenbahnlinie von Antofagasta und Arica. Landweg von Arica. Luftweg von Santiago und Arica.
Von Brasilien: Eisenbahnlinie von Corumbá mit Anschluss nach Santa Cruz. Luftweg von Sao Paulo und Río de Janeiro.
Von den USA: Luftweg von Miami.
Von Europa: Luftweg mit Anschlussflügen Miami, Lima, Quito oder Río de Janeiro.
Touristeninformationszentren:
Viceministerio de Turismo: Av. Mariscal Santa Cruz, Edificio Palacio de Comunicaciones, 16. Stock, Tel. +591 (2) 2358213.
Unidad Municipal de Turismo: Final Av. 16 de julio (El Prado)/Ecke Plaza del Estudiante, Tel. +591 (2) 2371044.
Unidad Departamental de Turismo: Prefectura del Departamento. Plaza Murillo/Ecke Ayacucho, Tel. +591 (2) 2378895.
Touristenattraktionen in der Stadt La Paz
KulturLa Paz beherbergt in seinem Innern eine Synthese aus allen in Bolivien anzutreffenden Bevölkerungsgruppen einschließlich der religiösen Feste, der Tänze und typischen Trachten einer jeden Region des Landes. All dies ist der lebendige Ausdruck einer multiethnischen und plurikulturellen Präsenz, die für das Land typisch ist, wenngleich auch die Aymara-Kultur die bestimmende ist.
La Paz ist wirtschaftliche Hauptstadt Bolviens und Sitz der Zentralregierung. 1548 von dem Spanier Alonso de Mendoza gegründet, entwickelte sich La Paz zum städtischen Zentrum auf der Strecke zwischen Potosí, dem Ort mit den größten Silberfundstätten der Kolonialzeit, sowie dem Vizekönigreich Lima, dem führenden Zentrum für Informations-, Waren- und Metallaustausch von und nach Spanien.
Kirchen und Museen
Die Kolonialarchitektur von La Paz zeigt sich noch in einigen ihrer interessanten Stadtviertel, wo sie ihren Ausdruck in Stätten wie der Kirche San Francisco, der Calle Jaén und ihrer Museen - u.a. der Casa de Murillo, dem Haus des Helden der Unabhängigkeit - oder dem Goldmuseum findet, dem Aufbewahrungsort der Goldschmiedekunst der präkolumbinischen Kulturen. Weitere Beispiele dieser Architektur sind das Kunstmuseum (Museo de Arte) sowie der Tambo Qirquincho, ein bedeutender nationaler Aufbewahrungsort. Weitere interessante und besuchenswerte Museen sind das Archäologische Museum von Tiwanaku sowie das Ethnographie- und Folklore-Museum mit seinen hervorragend ausgearbeiteten ethnographischen Ausstellungen und eine interessante Bibliothek mit Material zu beiden Themen.
Indigene märkte
Beim Durchwandern der die Kirche San Francisco umgebenden Straßen sollte der Besucher nicht versäumen, den Mercado de Los Brujos in einer engen gepflasterten Straße zu besuchen, die von den Kurpfuschern (curanderos, "Yatiris" in Aymara) in Beschlag genommen worden ist, die nun hier hinter ihren Tischen thronen. Diese sind überfüllt mit einer Vielzahl von Gegenständen aus den drei Naturbereichen, deren Einsatz als Amulette oder Opfergaben an die Mutter Erde bzw. die Pachamama im Glauben der andinen Völker Glück und Gesundheit verspricht. Die Märkte von La Paz - die der Lebensmittel, der kunsthandwerklichen Erzeugnisse und der Zaubereiartikel - sind Bestandteile der Stadt, die zu besuchen keinesfalls vergessen werden sollte, zeigen sie doch das Farbenprächtigste und Ausdrucksstärkste der Bewohner der Stadt.
Das heutige La Paz
Die moderne Seite von La Paz lässt eine aufblühende Industriemetropole erkennen, die gleichzeitig das bedeutendste Handelszentrum des Landes ist. Elegante Banken mit freundlichem Personal, Einkaufspassagen, Galerien für moderne Kunst, Kinos sowie eine verhältnismäßig breite Auswahl an Hotels aller Kategorien stehen dem Reisenden zur Verfügung und bieten ihm Preise und Dienstleistungen, die im Verhältnis zu anderen Ländern des Kontinents durchaus attraktiv sind. Die Wohnviertel befinden sich im tiefer gelegenen Teil der Stadt. Deren Architektur erinnert eher an eine moderne Stadt als an eine, die deutliche Spuren einer ursprünglichen Kultur aufweist - wenngleich ihr auch jene Elemente übergestülpt worden sind, die die spanische Kolonisation mit sich brachte.
Das Tal des Mondes (Valle de la Luna)
In unmittelbarer Nähe der Stadt La Paz befindet sich das Tal des Mondes (Valle de la Luna) - eine Region, die die Phantasie des Besuchers anregt und den Eindruck erzeugt, auf einer Einöde des Mondes zu stehen und kraterähnliche Erosionsformen bewundern zu können.
Das Tal der Seelen (Valle de las Animas)
Das Tal der Seelen ist ein weiteres Beispiel für die launenhaften Gebilde der Natur, die sich in der Umgebung der Hauptstadt finden. Der Ort stellt eine Ansammlung immenser Klippen dar, die von weitem wie die Pfeifen einer gigantischen Naturorgel aussehen. Ein Gang durch das Innere der Formation gestattet es, deren geologische Struktur zu bewundern, und erinnert den Betrachter an längs vergangene, rätselüberladene Zeiten.
Sehenswürdigkeiten im Departement La Paz
LajaIn dem Ort Laja wurde am 20. Oktober 1548 die Stadt La Paz gegründet, die später an ihren heutigen, 37 km von Laja entfernt gelegenen Standort verlegt wurde. Auf dem Wege nach Laja lassen sich für den Altiplano typische Bauten und Landschaften bewundern. Die Straße selbst ist asphaltiert. Lohnend ist ein Besuch der aus dem 16. Jahrhundert stammenden, gut erhaltenen Renaissancekirche.
Calamarca - Ayo Ayo - Sica Sica
Auf dem Weg von La Paz nach Oruro trifft man auf drei Dörfer, die jedes für sich ein Nationalmonument beherbergen: die Kirchen von Calamarca, Ayo Ayo und Sica Sica. Die Kirchen der von Calamarca und Ayo Ayo stammen aus dem 16., die von Sica Sica aus dem 17. Jahrhundert. Die im Stil des Mestizenbarock und der Renaissance errichteten Bauten bergen Reliquien in Form von Holzschnitzarbeiten sowie getriebenen Gold- und Silberarbeiten aus der Zeit des Vizekönigreichs in sich.
Tiwanaku
70 km von La Paz entfernt liegt der Ort Tiwanaku, der auch über die Landesgrenzen hinaus als "Wiege des homo americanus und Stadt des Heiligtums" bekannt ist. Der Ort war Hauptstadt der Tiwanacota-Kultur, die ihre Blütezeit um 700 v. Chr. hatte. Eine der Theorien über den Ursprung des Namens nimmt Bezug auf die Bedeutung von Tiwanaku als "Tapicala" oder "zentraler Stein", da in der Umgebung die Gründung des Tiwanakota-Reichs erfolgte, der Grundlage der Altiplano-Kultur. Diese zeichnet sich durch ihre großen Tempel aus, unter denen die Pyramiden von Akapana und Puma Punku, der halbunterirdische Tempel und die berühmte Puerta del Sol, der Ponce-Monolith sowie andere Ruinen herausragen, die im Kontext des Entwicklungsprozesses der andinen Kulturen aufgrund der hohen Qualität der Steinmetzarbeiten als die bedeutungsvollsten überhaupt angesehen werden.
Taraco
Auf der Halbinsel Taraco findet man überreste der Chiripa-Kultur (435 v.Chr.). Sehenswert ist ein Hügel des Ortes, um den herum steinerne Elemente in klarer Reihenfolge aufgestellt sind. An diesem Ort nahm die erste dörfliche Landwirtschaftskultur auf bolivianischem Territorium ihren Ursprung, bis diese unter der Tiwanakota-Herrschaft unterging.
Suriki
Auch unter dem Namen Isla Paco bekannt, steht Suriki für die Existenz prähispanischer Ruinen. Die geographische Lage der Insel erlaubt einen phantastischen Rundblick auf die Cordillera Real. Die Haupttätigkeit, der man auf der Insel nachgeht, ist die Herstellung von Totora-Booten.
Huatajata
In 75 km Entfernung von La Paz befindet sich auf einer Hochfläche oberhalb des Ufers des Titicaca-Sees Huatajata, von wo aus man sich einen guten Eindruck von der Größe des Heiligen Sees machen kann. Im Ort selbst, an dem ein halbtägiger Aufenthalt empfehlenswert ist, kann man köstliche Forellen aus dem See sowie den "Chairo Paceño" genießen.
Estrecho de Tiquina
Der Estrecho de Tiquina ist der Durchgang zwischen dem Lago Mayor und dem Lago Menor des Titicaca-Sees. Er kann auf Booten, die vor Ort gemietet werden können, überquert werden.
Copacabana
Die tausendjährige Stadt schaut auf eine Tradition zurück, die als Heiliges Zentrum der "Chiripa"-Kultur begann. In der Region finden sich die überreste zahlreicher späterer Besiedlungen wie diejenigen der Inka. Den Salas-Chroniken zufolge bezeichnet "Coppa-kcaguaña" den Sternenweg, der zum Hause Gottes, des himmlischen Vaters, führt, da von diesem Ort aus das Kreuz des Südens in seiner ganzen Großartigkeit bewundert werden kann - jene Sternenkonstellation also, die vergangenen Kulturen als Ausgangspunkt für die Orientierung in Zeit und Raum diente. In der Zeit der Kolonisation machten die Spanier die Halbinsel zum politischen und religiösen Zentrum, von dem aus sie die Region kontrollieren konnten. Diesem Zweck diente auch der Bau der Kirche Santa María im 16. Jahrhundert, die die Stillinien des Renaissance und des Barock in sich vereint. Man sagt, die Kirche sei auf den Fundamenten eines großen präkolumbinischen Komplexes errichtet worden. Copacabana ist heute eine sehr bekannte Wallfahrtsstätte. Am 5. August findet jeweils ein Fest zu Ehren der Jungfrau von Copacabana statt, bei dem auch indigene Tänzer in ihrem traditionellen Kleiderschmuck auftreten. Die in der Basilika aufbewahrte Virgen selbst ist von dem indigenen Künstler Tito Yupanqui im 16. Jahrhundert gefertigt worden.
Zugangsweg ist die asphaltierte Landstraße La Paz - Copacabana. Die Busse starten ihre Route, die ungefähr 3 ½ Stunden dauert, am Hauptfriedhof (Cementerio General) von La Paz.
Der Titicaca-See
Keine andere von der Natur geschaffene Formation ist so von Mythen und Sagen umwoben wie der Heilige See oder Titicaca-See, der eine Ausdehnung von 8300 km² hat, 36 Inseln aufweist und durch sein unglaublich klares Wasser bezaubert. Unter den Inseln sind besonders die Isla del Sol, die Isla de la Luna und Suriqui zu nennen. In einem Strohboot oder einer anderen Schiffsart auf dem Wasser dahinzugleiten ist ein unvergessliches Erlebnis.
Isla del Sol
Unweit von Copacabana gelegen, weist die Insel präkolumbinische architektonische Bauten wie den Pikokayna-Palast und die Chikana auf, was soviel bedeutet wie Labyrinth bzw. "Ort, an dem man sich verliert". Weitere interessante Orte auf der Insel sind die Yumani-Freitreppe und die Tres Fuentes de Agua. Für die überfahrt auf die Insel besteht ein Motorboot-, Katamaran- und Tragflächenboot-Service.
Isla de La Luna oder Koati
Die Insel liegt in unmittelbarer Nähe zur Isla del Sol. Auch auf ihr finden sich präkolumbinische Bauten, und sie bietet einen atemberaubenden Ausblick auf den verschneiten Illampu sowie die gesamte Cordillera Real.
Der Rio Desaguadero
Der Rio Desaguadero verbindet den Titicaca-See und den Poopó-See miteinander. In der Region sind drei Flamingo-Arten beheimatet, deren anmutige rosafarbene Körper sich kontrastreich gegen das Blau des Titicaca-Sees abheben. Besichtigenswert sind zudem die archäologischen Reichtümer aus dem Vermächtnis der Aymara, wie beispielsweise der Chullpar-Komplex, der schon von weitem sichtbar ist. Ganz in der Nähe von Puerto Japonés liegt Santiago de Callapa, ein Ort mit einer an künstlerischen und architektonischen Besonderheiten reichen Kirche. Zu diesen zählen Altäre mit wundervollen Schnitzarbeiten und Gemälden der Kolonialzeiten, die von Künstlern aus der Schule des Melchor Pérez de Holguin angefertigt wurden.
Die interandinen Täler - Sorata
Sorata ist der Name eines malerischen Ortes kolonialen Ursprungs, der in einem Tal zu Füßen des schneebedeckten, 6331 Meter hohen Illampu liegt - in der Provinz Larecaja im Departamento La Paz, ungefähr 148 km von La Paz entfernt. Die Ortschaft Sorata selbst liegt in einem durch den Río San Cristobal geformten Tal, in dem ein sehr gemäßigtes Klima herrscht. In diesem Tal finden sich überaus fruchtbare und für den Anbau besonders geeignete Landstriche. In der Nähe von Sorata gibt es eine große Zahl von Flüssen und Wasserfällen mit kristallklarem Wasser. Das Dorf selbst zeichnet sich durch seinen malerischen, kolonialen Flair aus.
Die kristallklaren Wasserfälle des Río San Cristobal, von wo aus man die reichhaltige Flora und Fauna beobachten kann, sind gut zum Angeln und zum Canyoning geeignet. Von und nach der Ortschaft Sorata führen verschiedene Wege aus präkolumbinischer Zeit in und aus den Bergen sowie den subtropischen Tälern der Yungas um La Paz.
Von Sorata aus sind das Besteigen des schneebedeckten Illampu und eine Rundwanderung auf dem Mapiri-Weg möglich. Hierzu sollte man sich allerdings in La Paz mit Kennern der Route in Verbindung setzen. Darüber hinaus bietet die Region Möglichkeiten zum Felsklettern, zum Canyoning, zum Berg-Radsport, zum Sportangeln (von besonders schmackhaften Forellen), zum Fotografieren sowie zu erlebnisreichen Wanderungen.
Ein weiterer Anziehungspunkt der Region ist die Ortschaft Ilabaya, in der sich eine wunderschöne Kirche mit einer hochinteressanten Sammlung kolonialzeitlicher Gemälde befindet. Die ortsnahe Vegetation mit ihren außergewöhnlich geformten Bäumen verleihen der Szenerie etwas Malerisches und Geheimnisvolles.
Die Höhlen von San Pedro
Die Höhlen von San Pedro, in deren Inneren sich ein verträumter See und interessante Stalagtiten- und Stalagmitenformationen befinden, liegen 10 km von Sorata entfernt, was einer Wanderung von annähernd 2 ½ Stunden entspricht. Der Sage nach ist auf dem Grund des Sees der Schatz der Inka versteckt. Für die Wanderung zur Höhle wird die Mitnahme einer ausreichenden Menge Wassers empfohlen.
Die Yungas-Täler
3 Stunden von La Paz entfernt befinden wir uns in der Zone der tropischen Yungas-Täler, dem Ursprung des Amazonas-Beckens. Nach dem Erreichen des Gipfels und des der Stadt nächstgelegenen Kordilleren-Passes erfolgt ein abrupter Abstieg in die tropische Talregion mit sich anschließendem übergang der Flora und Fauna sowie ein Anstieg der Temperaturen. Letzterer erfolgt in dem Maße, in dem der Besucher hinabsteigt und von der für tropische Gebiete charakteristischen Feuchtigkeit umgeben wird. Grüne Berghänge, Abgründe, Flüsse, Wasserfälle und eine überwältigende Natur umfangen ihn nun. Hier gehen zwei Wege ab, einer in Richtung Norden zu der Stadt Coroico oder einer in Richtung Süden nach Chulumani. Beide Orte sind sehenswert und bieten ausgezeichnete Unterkunftsmöglichkeiten. Derjenige, der tiefer in die nördlichen Wälder über Coroico und Caranavi eindringen möchte, gelangt zu den beeindruckenden Stätten Rurrenabaque und Santa Rosa am Ufer des Río Ichilo, wo er auf eine überraschend vielfälige Tierwelt trifft. Es ist der Norden des Departamento La Paz, der ans Departamento Beni grenzt und bereits in die amazonische Ebene Boliviens eingrückt ist.
Trekking - Die Präkolumbinischen Wege
La Paz liegt inmitten eines ausgedehnten, bereits vor der Ankunft der Spanier errichteten Wegenetzes. Dieses weitläufige Netz verbindet den Altiplano mit den fruchtbaren Regionen der amazonischen Täler und Ebenen. Heutzutage stehen ungefähr 15 Wege aus präkolumbinischer Zeit dem zum Trekking entschlossenen Besucher zur Verfügung, von denen einige bereits von den Ortsbewohnern unter Leitung des offiziellen Tourismusbüros ausgeschildert worden sind.
Andinismus - Cordillera Real - Cordillera de La Paz
Die Umgebung des Departamento La Paz, besonders aber die Massive des Illimani, des Condoriri y Huayna Potosí, des Mururata und des Negruni, sind für den Andinismus freigegeben. Hierzu wird empfohlen, beim "Club Andino Boliviano" Informationen einzuholen.
Illimani:
Das Illimani-Massiv hat eine Höhe von 6439 Metern. In 71 km Entfernung von La Paz gelegen, ist er zweifellos einer der beeindruckendsten schneetragenden Berge der Erde überhaupt.
Die Erstbesteigung des Illimani erfolgte im Jahre 1898 durch eine englisch-italienische Expedition. Die Besteigung dauert annähernd 4 Tage und kann im Zeitraum zwischen April und Oktober erfolgen.
Condoriri:
Das Condoriri-Massiv hat eine Höhe von 5700 Metern und ist auch für weniger erfahrene Bergsteiger geeignet. Der Condoriri hat 13 eigenwillig geformte Spitzen, die einen farbenfrohen und beeindruckend schönen Kreis bilden und ein Reservat mit kristallklarem Naturwasser umschließen, wie zum Beispiel die Laguna Chiarkhota und die Laguna Tuni Condoriri.
Chacaltaya:
Ungefähr 30 km von La Paz entfernt, befindet sich der schneebedeckte Chacaltaya mit der höchstgelegenen Skipiste der Welt - ein Berg mit einer Höhe von 5395 Metern. Außer einem ansprechenden, Refugio genannten Restaurant findet sich auf dem Berg ein Kosmophysikalisches Laboratorium der Universidad Mayor de San Andrés (La Paz).
Trekking-Touren
Takesi - Der Präkolumbinische Weg:
Dieser Weg beginnt in der Ortschaft Ventilla in einer Höhe von 3200 Metern, um dann auf den in 4640 Metern Höhe gelegenen Gipfel und anschließend wieder herunter auf eine Höhe von 2200 Metern zu führen. Ein echtes Wunder der Kunst und der Kommunikationstechnologie also, das den Liebhaber des Trekkings, der Natur und des ökotourismus einlädt, eine wundervolle Wanderung in diesem Teil der mesothermischen Täler und Yungas von La Paz zu machen. Für den Weg sollte man zwei Tage und eine Nacht als Camper einplanen.
Der Weg beginnt in der Ortschaft Kuicha Kucho, wohin man mit Maultieren gelangt, die von Choquecota aus aufbrechen. Er steigt über Stufen und ein Drainage-System, das noch in die präkolumbinische Epoche zu datieren ist, hinab und führt schließlich zur Estancia Takesi, wo die Möglichkeit besteht, die erste Nacht als Camper zu verbringen.
Der Weg führt weiter über einen Berghang, zunächst am Río Takesi entlang, von wo aus man nach einer halben Stunde an den Chojlla-Staudamm gelangt und sich anschließend weiter in Richtung der Ortschaft Yanacachi bewegt, dem Ende des Wegs entgegen.
Route: La Paz - Ventilla - Takesi - Chojlla - Yanacachi - La Florida - La Paz.
Zugang: Der Bus La Paz - Ventilla fährt täglich von der Plaza Líbano im Barrio de San Pedro von La Paz.
Schwierigkeitsgrad: Mäßig, am Gipfel herrscht kaltes, in den Wäldern tropisches Klima.
Rückweg: La Paz - Yanacachi im Kleinbus.
San Buenaventura - Rurrenabaque
Eine der Hauptmerkmale dieser Siedlungen ist, dass sie in den ökoregionen des feuchten Bergwaldes und des feuchten Niederwaldes gelegen sind. Ihre Attrakionen sind vor allem Naturbesonderheiten und Stellen von touristischem Interesse. Der Kern der touristischen Erschließung umfasst ein Gebiet, das sich bis Ixiamas, San José de Uchupiamonas, Yucumo und Santa Rosa erstreckt.
Hauptattraktionspunkte: Das Gebiet ist reich an Naturbesonderheiten, die die große Vielfalt der Vegetation und Fauna zeigen, die für die tropischen Feuchtwälder charakteristisch sind. Es gibt wasserreiche Ströme wie den Río Beni und den Río Tuichi. In deren Umfeld leben zudem Ethnien wie die Chimanes, die Mosetenes und die Tacanas, die noch ihre kulturellen Riten und Gebräuche pflegen.