Pando
Das Departamento Pando mit seiner Hauptstadt Cobija ist die Region, die bis zum Jahre 1938 das Kolonisationsgebiet des Nordwestens war. Es handelt sich um eine der dünnstbesiedeltsten Regionen des Landes, dessen wirtschaftliches Leben auf der Ernte von Kastanien und Kautschuk sowie auf der Nutzung hochwertiger Hölzer beruht.Allgemeine Angaben
Lage: Das Departamento Pando liegt im Norden Boliviens, an der Grenze zu Brasilien. Es ist die tropischste Region des Landes, die durch verschiedene Nebenflüsse des großen Amazonas zerfurcht ist.Fläche: 63.827 km²
Bevölkerung: 52.500 Einwohner (Stand im Jahre 2001)
Klima: tropisch-heiß
Sprachen: Spanisch und verschiedene indigene Sprachen
Hauptfeste:
Kreuzesfest: 3. Mai
El Porvenir: 13. Oktober
Fiesta de Cobija: 24. September
Flughafen: Aeropuerto de Cobija, Tel. +591 (3) 8422260
Zugangswege:
Landweg: Von Brasilien aus über die Landstraße Río Branco - Cobija.
Luftweg: über Santa Cruz und La Paz.
Schiffsweg: Der Schiffsweg in der Urwaldregion des Nordostens stellt den Haupttransportweg dar und umfasst eine Strecke von 1862 Kilometern.
Touristeninformation:
Prefectura del Departamento, Unidad de Turismo +591 (3) 8422229
Touristenattraktionen in der Stadt Cobija
Pando ist nahezu in seiner Gesamtheit eine von mäßig hohen, parallel zueinander liegenden und sich von Westen nach Osten erstreckenden Hügeln geprägte Ebene. Seine Touristenattraktionen sind zwar wenig bekannt, jedoch stellen sie aufgrund ihrer Schönheit sowie des Zaubers, der die unerforschten Wälder und Ebenen, die Siedlungen und Flüsse umgibt, eine besondere Einladung an den Abenteurer und ökotouristen dar.
Im Departamento selbst leben verschiedene ethnische Gruppen, unter denen die Pacaguaras, die Chamas und die Toronomas besonders erwähnenswert sind. Sie alle bevorzugen ein Leben außerhalb des städtischen Ambientes, ernähren sich von Bananen, Yuca und Mais und sind erfahrene Jäger und Fischer. Außerdem sind sie Meister in der Anfertigung von Halsketten aus Holz- und Rindestückchen.
Pando hat eine reiche Flora und Fauna. Dem Kastanienbaum, dem höchsten Baum der Amazonasfauna, dem Kautschuk- oder Latexbaum sowie der Fransenschildkröte kommen hierbei besondere Bedeutung zu. Darüber hinaus gibt es Lorbeerbäume, Zedern, Baumfarne, Patujus und Schlingpflanzen. Unter den Tieren fallen der Anta bzw. Tapir, der amerikanische Tiger sowie eine große Zahl weiterer Arten auf. In Pandos Flüssen finden sich zudem zahlreiche Fischarten.
Die wunderschöne, Cobija umgebende Landschaft sollte man sich nicht entgehen lassen.
Im Norden liegt die Schlucht des Acre, im Westen der "Telón Corrido", vor dem die beeindruckenden, sich in stets neuen Formen zeigenden Sonnenuntergänge beobachtet werden können. Die gewellte Topographie ist einzigartig und im Gegensatz zu anderen in den Urwald eingebetteten Siedlungen sind die Straßen von einem beachtlichen Auf und Ab geprägt. Dieses natürliche Drainage-System verhindert, dass Cobija von überschwemmungen heimgesucht werden kann. Freunde des Angelsports werden inmitten der wilden, ungebändigten Natur sicher auch auf ihre Kosten kommen.
Sehenswürdigkeiten im Departement Pando
Puerto RicoPuerto Rico kommt eine besondere historische Bedeutung zu, war der Ort doch die erste Hauptstadt Pandos nach der Errichtung des Departamento im Jahre 1938. Von hier aus kann man das großartige Schauspiel des Zusammenfließens der beiden Flüsse Río Tahuamanu und Río Manuripi bewundern, die an dieser Stelle zum Río Orthon werden. Der Besucher hat außerdem die Gelegenheit, der Aufbereitung der Kastanie oder des Kautschuks zu kommerziellen Zwecken beizuwohnen oder selbst zu angeln.
Porvenir y Chive
Im Jahre 1903 kam es in Porvenir y Chivé zur mutigen Columna Porvenir, die zur Wiedereinnahme des in die Hände der aus Acre stammenden Revolutionäre gefallenen Hafens Bahia in dem Fluss Acre führte. Zu den bestaunenswerten Naturwundern des Ortes zählen das besondere Grün und die heitere Färbung der umliegenden Landschaft. Hier lohnen das Fotographieren, aber auch wissenschaftliche und der naturkundliche Ausflüge.
Chivé selbst ist ein Ort von unvergleichlichem Reiz inmitten einer buschigen Vegetation, am linken Ufer des Río Madre de Dios gelegen. Zu den Schätzen des Ortes zählen Gold und Edelhölzer.
Lago Bay
Lago Bay ist ein Naturreservat für verschiedene Arten. Das kristallklare Wasser des Sees erlaubt einen Blick auf dessen Grund, auf dem sich zahlreiche, unterschiedlichen Arten angehörende Fische tummeln. Lago Bay selbst ist Teil des Reservats Manuripi Heath.
Manchester
Aus der Luft lassen sich Erhebungen erkennen, die wie von menschlicher Hand geformt erscheinen. Diese Erhebungen, in deren Umfeld es zahlreiche Beispiele für Töpferarbeiten gibt, sind vom Wald überdeckt, der die Region bereits vor Jahrhunderten in Besitz genommen hat. Die sich zwischen Manchester und Alta Gracia am Río Manuripi erstreckende Zone birgt viele Geheimnisse in sich und lohnt angesichts der bestehenden archäologischen Spuren sicher eine genauere Untersuchung. Möglicherweise würde diese die Lösung der großen noch offenen Fragen nach der Vergangenheit des heutigen Pando ans Licht bringen.
Die Esperanza-Stromschnellen (Cachuela Esperanza)
Die Stromschnellen Cachuela Esperanza und Cachuela Calderón del Infierno erstrecken sich über die Grenze zum Departamento Beni und sind Teil des Río Esperanza. An ihrem rechten Rand liegen die Anlagen des größten Kautschuk-Imperiums aus der Zeit des Nicolás Suárez.