Santa Cruz

Die Departamentalhauptstadt Santa Cruz de la Sierra ist eine Stadt mit besonderer Architektur. In ihrem historischen Stadtzentrum begegnen sich sowohl eine alte als auch eine moderne Stadt, die aufgrund dessen sowie der Aufgeschlossenheit und Gastlichkeit ihrer Bewohner ein attraktives Ziel für Touristen darstellt. Santa Cruz zeichnet sich durch ein lebendiges Handels- und Geschäftsleben aus und stellt zudem einen bedeutenden Standort für das internationale Bankwesen dar.

Das Nachtleben der Stadt Santa Cruz ist sehr lebhaft und zeugt vom aufgeschlossenen Charakter der Cruceños. Es gibt verschiedene Diskotheken, Pubs, Whisky-Bars, Shows sowie andere Vergnügungs- und Freizeitstätten bzw. -möglichkeiten.>

Allgemeine Angaben

Lage: Das Departamento Santa Cruz liegt im Westen des Landes, in der Amazonasregion, wo es an Brasilien grenzt. Seine Grenzen erstrecken sich von den Amazonasebenen, die den größten Teil ihres Territoriums ausmachen, bis hin zu den Andenbergen. Es ist dies eine der südamerikanischen Zonen mit dem größten Bevölkerungswachstum sowie aufgrund ihrer sich ausdehnenden landwirtschaftlichen Grenzregion, ihrer wachsenden Agroindustrie sowie ihrer einzigartigen Touristenattraktionen die wirtschaftlich bedeutendste Zone Boliviens.


Fläche: 370.621 km²


Bevölkerung: 1.364.400 Einwohner (Stand im Jahre 2001)


Klima: Entsprechend der geographischen Zonen variert das Klima dieses Departamento - von gemäßigt bis kalt in der Westregion und gemäßigt bis feuchtheiß in den Ebenen, je weiter man in diese hinabsteigt.


Sprachen: Spanisch, Tupí Guaraní und verschiedene Dialekte

Hauptfeiertage:

Gedenktag des Departamento: 24. September

Nuestra Señora de la Candelaria: 2. Februar

Karneval: Februar/März

Tag des Kreuzes (Día de la Cruz,Vallegrande): 3. Mai

San Antonio: 13. Juni

Fiesta de la Virgen de Cotoca: 8. Dezember


Flughäfen:

Internationaler Flughafen Viru - Viru, Tel. 181

El Trompillo (Inlandsflugdienst), Tel. +591 (3) 3346600

Busstation : Tel. : +591 (3) 340772

Zugangswege: Alle in Bolivien verkehrenden internationalen und nationalen Fluglinien fliegen Santa Cruz an.

Es bestehen Landstraßen und Zugverbindungen zwischen Santa Cruz und Argentinien sowie Brasilien.

Touristeninformation:

Unidad Departamental de Turismo. Prefectura del Departamento. Tel. +591 (3) 368901

Touristenattraktionen in der Stadt Santa Cruz de la Sierra

Plaza 24 de Septiembre

Rund um die Plaza Principal 24 de Septiembre erheben sich zahlreiche Gebäude im Kolonialstil. Zu nennen sind besonders das Haus der Kultur (Casa de la Cultura), die Präfektur des Departamento, der Sitz des Bürgermeisters, die Metropolitankathedrale sowie Museen und Ausstellungsräume.

Die Metropolitankathedrale

Die Kathedrale wurde zur Zeit des spanischen Vizekönigs Toledo von dem Mercedarier Fray Diego de Porres erbaut. Im Jahre 1770 rekonstruierte Bischof Ramón de Herbosos die Kirche, wobei er dem Obersakristan Antonio Lombardo die Ausführung der Arbeiten übertrug. In der Epoche des Marschalls Andrés de Santa Cruz (1838) wurde der alte Sakralbau durch eine neue, in einem Stilgemisch konzipierte Kirche ersetzt, die von dem französischen Architekten Felipe Bestres entworfen wurde. Bemerkenswert sind deren Holzgewölbe und die diese bedeckenden bildhaften Dekorationen. Im Hauptaltar wird ein Originalstück der wiederentdeckten Silberarbeiten der Jesuitenmission von San Pedro de Moxos aufbewahrt. Darüber hinaus sind noch vier plastische Reliefs aus der gleichen Mission zu sehen.

Das Kathedralmuseum für Sakrale Kunst

Das Museum der Kathedrale birgt einen wahrhaft beeindruckenden historischen, künstlerischen und materiellen Reichtum in sich. Die hier zusammengestellten Silberarbeiten und ihre Vitrinen zeugen von dem hohen Stand der Handwerkskunst des 17. und 18. Jahrhunderts. Das Museum beherbergt den ältesten in Kirchenbesitz befindlichen Edelstein, der der Kirche im Jahre 1603 in einer Monstranz gestiftet wurde. Liturgische Paramente und alte Portraits vervollständigen die Sammlung.

Die Kirche San Andres

Die Kirche San Andrés verfügt über eine dreischiffige Holzstruktur, mit 18 Säulen auf einem gemauerten Sockel, der von einer Holzstütze umgeben ist. Die Struktur erstreckt sich über das Portal und bildet so einen mit einem abgesenkten und mit Pflanzenmotiven ausgestatteten Giebel verzierten Portikus. Dieser erinnert entfernt an griechische Tempel mit ihren typischen, statuengeschmückten Giebeln.

Die Kirche San Roque

Die Kirche San Roque ist auf Holzstützen gebaut, die sich in Form von Säulen öffnen, die ihrerseits in alle vier Richtungen in Kapitelle übergehen. Der Bau stellt eine dreischiffige Holzkonstruktion mit Außenvordächern dar. Auch die Decke besteht aus Holz mit Kreuzbalken und Zugankerdübeln. Das Ziegeldach der Kirche, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von dem argentinischen Architekten Bustamante grunderneuert wurde, ruht auf einer geflochtenen Fachwerkkonstruktion.

 

Naturattraktionen


Der Park "El Arenal"

Der Park "El Arenal" mit einer Lagune und einer Insel stellt eine der touristischen Sehenswürdigkeiten von Santa Cruz dar. Er wurde als Regenwasserreservoir für das Stadtzentrum errichtet. Die Mauerwand von Lorgio Vaca ist eine der besonders erwähnenswerten Merkmale des Parks.

Der städtische Zoo (Zoológico Municipal)

Einer der besuchenswerten Orte in Santa Cruz ist der städtische Zoo. Er stellt eine der umfassendsten Anlagen seiner Art auf dem gesamten Kontinent dar und zeigt eine Vielfalt der für die Region typischen Fauna.

Die Cabañas del Piraí

Die Cabañas del Piraí liegen im Westteil der Hauptstadt, am Ende der Avenida Roca Coronado, wo sich den Augen des Besuchers eine wunderschöne Landschaft bietet. In den Cabañas werden typische Gerichte der Stadt und köstliche Leckerbissen angeboten. Der Río Piraí ist für die Cruceños ein in den heißen Sommertagen bevorzugter Ort, an dem die Temperaturen bisweilen die 40°C-Marke erreichen.

Das Heiligtum von Cotoca

Diese Kirche, die 20 Kilometer von der Stadt entfernt liegt, ist der Ort, zu dem die Anhänger der Virgen de Cotoca, der Patronin von Santa Cruz, pilgern. Der Bau stammt aus dem Jahre 1902.

Die Sandhügel von El Palmar

Die Sandhügel von El Palmar sind durch Winderosion hervorgebrachte Sanddünen, die sich um die Lagunen herum verteilen, auf denen Wassersport betrieben wird.

Sehenswürdigkeiten im Departement Santa Cruz

Samaipata

120 Kilometer von Santa Cruz de la Sierra entfernt, liegt in einer Höhe von 1640 Metern der Ort Samaipata, das Hauptdienstleistungszentrum der Region, das dem Besucher die Möglichkeit zur Ruhe inmitten eines kolonialen Ambientes sowie eines angenehm frischen Klimas bietet. Ströme kristallinen Wassers, die in feinen Kaskaden in die Tiefe stürzen, sorgen für ein natürliches Kurambiente. Die Gastfreundschaft der Bewohner bleibt all jenen nicht verborgen, die durch die umliegende Landschaft streifen oder das Zentrum der bedeutendsten Felsarchitektur ganz Südamerikas kennenlernen möchten - den Fuerte de Samaipata.

Das Zeremonienzentrum von Samaipata stellt das größte Werk der prähispanischen Felsarchitektur Südamerikas dar. Dieses archäologische Monument befindet sich 6 Kilometer von dem Ort Samaipata entfernt und ist gleichzeitig eines der bedeutendsten der präkolumbinischen Epoche in Bolivien überhaupt. Es liegt auf einer Höhe von 1949 Metern und ruht auf dem Rücken eines Sandsteinhügels, in den antike Kulturen verschiedene Figuren gehauen haben, unter denen besonders tierförmige (Schlangen, Pumas) auffallen. Darüber hinaus findet man Wasserrinnen und -depots, dreieckige sowie rechteckige Sitzmöglichkeiten, Mauernischen und ähnliches.

Es ist dies ein außergewöhnlicher und geheimnisvoller Ort, dessen Ursprünge und Bedeutung noch zu erforschen sind. Diesen Resten einer aus dem Tiefland stammenden Kultur wurden Konstruktionen offenbar andinen Ursprungs beigefügt.

Die UNESCO hat den Ort zum Kulturerbe der Menschheit erklärt. Um zum Zeremonienzentrum zu gelangen, stehen dem Besucher Taxen oder öffentliche Busse zur Verfügung. Darüber hinaus kann er sich an die Reisebüros wenden.



Die Jesuitenmissionen von Chiquitos

Im Nordosten des Departamento erheben sich großartige restaurierte Kirchen der früheren Jesuitenmissionen. Sie stellen architektonische Juwele dar und sind von jenen Volksstämmen vor dem Verfall bewahrt worden, die selbst noch ihre kulturellen Wurzeln in der Zeit der Jesuitenmission haben. Das Interessante und Einzigartige ist, dass es sich nicht um Kirchenruinen oder verlassene Orte handelt, sondern um Gotteshäuser, die heute noch ihre religiöse Funktion erfüllen.




Die architektonische Ursprünglichkeit dieser Bauten, die Verwendung von Holzschnitzereien sowohl in der Baustruktur als auch in den Ornamenten, die Farbe und der Einsatz kunstvoll verarbeiteten ortstypischen Materials waren der Grund für die UNESCO, diese Monumente zum Kulturerbe der Menschheit zu erklären. Die Jesuitenmissionen, die ihre Kirchen und andere Besonderheiten in gutem Zustand erhalten, sind San Javier, San Rafael, San José, Concepción, San Miguel, Santa Ana und San Ignacio.

In den Missionen von Chiquitos werden international bekannte Festivals Barocker Musik auf der Grundlage des bedeutenden Musikarchivs von Chiquitos mit musikalischen Kompositionen von Zipoli und Schmit sowie anderen. Die Nachfahren der Chiquitanos produzieren und spielen ihre Instrumente in dieser Region anlässlich ihrer Patronats- und religiösen Feierlichkeiten wie z.B. der Karwoche und des Fronleichmansfestes.

Im Rahmen der Patronatsfeste treten Gruppen von Chiquitanos auf, die der Mode der Missionsepoche entsprechend gekleidet sind und traditionelle Figuren wie die Yarituses, die "Abuelos", Sarao, Bejuco und Lanzas darstellen.



Die Bolivianische Sumpfzone (El Pantanal)

Der Pantanal ist eine ausgedehnte Region im Einzugsgebiet des Río Paraguay. Der landschaftliche Reiz ihrer Lagunen im Norden - Mandioré, La Gaiba und Uberaba - sowie die faszinierende Natur der südlichen Zonen in Richtung Punta Man Cesped lassen das Gebiet als eine der schönsten Regionen des Landes erscheinen - verstärkt noch durch die Vielzahl der dort beheimateten Kaimane, Krokodile und anderen Reptilien und Vogelarten. Hinzu kommen der Fischreichtum sowie die kristallklaren, zu Erholung und Bootssport gleichermaßen einladenden Gewässer. Im Norden liegen die ebenfalls besuchenswerten Halbedelsteinminen.

Im Süden des Pantanal bieten Puerto Suárez und Quijarro eine touristische Infrastruktur, im Norden San Matías. Im Süden gibt es ein 5-Sterne-Hotel.

Puerto Suarez

Puerto Suarez ist im Grenzgebiet zu Brasilien gelegen, in der Nähe der Laguna Cáceres, die einen beeindruckenden Anblick bietet und in deren kristallklarem, durchsichtigem Wasser verschiedene Fischsorten beheimatet sind. Die wegen ihrer ruhigen Oberfläche bekannte Lagune bietet die Möglichkeit, verschiedene Wassersportarten zu betreiben und Fahrten mit kleinen Booten zu unternehmen. Puerto Suarez hat einen Flughafen, der von den Fluggesellschaften LAB und Aérosur angeflogen wird. Einige Kilometer entfernt liegen die Höhlen von Motacusito, die in ihrem Inneren Stalagmiten und Stalagtiten aufweisen. In südlicher Richtung erstreckt sich das großartige Mutún-Gebirge, die größte Eisen- und Mangankonzentration der Welt. Unweit von Puerto Suarez finden sich die Ortschaften Puerto Quijarro und Puerto Aguirre.

Puerto Aguirre

Der Hafen Puerto Aguirre, in der Nähe der Laguna Cáceres und des Ortes Puerto Suarez gelegen, wurde zur Freihandelszone erklärt, in der man gut und zu niedrigen Preise einkaufen kann.

Puerto Busch

Puerto Busch liegt in der bolivianischen Sumpflandzone (bañados bolivianos) am Ufer des Río Paraguay. Die umliegende Landschaft vermittelt einen Eindruck von den Reichtümern des bolivianischen Pantanal. Friedlich leben hier Guanakos, Wildschweine und Hirsche nebeneinander. Darüber hinaus gibt es verschiedene Vogelarten. Die Sumpflandregion erstreckt sich bis zur Chaco-Zone und ist regelmäßig von den durch das Hochwasser des Río Paraguay hervorgerufenen überschwemmungen betroffen. Einen weiteren folgenschweren Einfluss auf die Natur haben die Morastzonen der "Bañados de Otuquis", ein Verbund verschiedener Zonen mit unschätzbarer Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht, in denen es auch großartige, unberührte Zonen gibt, die noch erforscht werden können. Das Gebiet ist die Heimat diverser bolivianischer Ethnien wie der Chiquitanos und der Ayoreos.

Die Route der Che-Kämpfer

Das internationale Echo der vom Comandante Ernesto "Che" Guevara in den Jahren 1966 und 1967 geführte Guerilla-Kampagne hat ein großes Interesse an den Stätten hervorgerufen, an denen diese Kräfte operierten. Eine entsprechende Rundreise, die durch verschiedene Orte der Region mit teils außergewöhnlichem landschaftlichem Reiz führt, sollte in Vallegrande oder in Camiri beginnen.

Camiri

Dem Ort Camiri kam aufgrund der Operationen der Guerilla in der Region besondere Bedeutung zu. Hier fand der Prozess gegen Regis Debray, einem Weggefährten von Che Guevara, statt, und hier kann man auch das Haus Inti Peredos, eines der Guerilleros, besichtigen. Darüber hinaus befindet sich hier das Cuartel de Choreti, der Ort, an dem Vazques Viaña, ein enger Mitstreiter Che Guevaras, verhört wurde und starb.

Vallegrande

Vallegrande weist die Merkmale der pittoresken Dörfer dieses Tals auf und in ihr sind noch zahlreiche Legenden und Traditionen lebendig. Die Kochkunst in Vallegrande ist hochentwickelt und umfasst eine Vielzahl typischer Gerichte. Einen Besuch des Sonntagsmarktes sollte man sich keineswegs entgehen lassen. In Vallegrande war der berühmte Guerillero begraben, bevor er nach Kuba überführt wurde. Noch heute kann ein Mausoleum an der Stelle besucht werden, an der seine überreste gefunden wurden.

La Higuera

Im Südosten der Provinz Vallegrande gelegen, verdankt der Ort seinen Namen dem gleichnamigen Baum (la higuera - der Feigenbaum), der hier in großer Zahl wächst. In einiger Entfernung zu La Higuera erreicht man über einen ansteigenden und schwer zugänglichen Saumpfad die "Quebrada del Batan", wo die Guerilleros Coco, Miguel und Julio - Che Guevara nahestehende Kameraden - starben.

ñancahuazu

In ñancahuazu kann die berühmte "Casa de la calamina" besichtigt werden, die der Guerilla als Operationsbasis diente. 100 Meter davon entfernt fließt der Río ñancahuazu, den die Rebellen unzählige Male befuhren. Der Fluss fließt in den Río Grande, dann in den Mamoré und später in den Amazonas. In der Umgebung liegt die Hacienda de Roberto Villa, ein Ort, an dem sich die Brüder "Coco" und "Inti" Peredo verschiedentlich aufhielten. In der Hacienda wurden die Guerilleros auch mit Proviant versorgt.

Der Nationalpark Amboro

Allgemeines

Lage:
Der Park ist im Westen des Departamento Santa Cruz gelegen, im so genannten "Codo de los Andes", der Region also, in der die Cordillera Oriental ihren Verlauf in Richtung Süden verändert. Seine Westzone grenzt an den Nationalpark Carrasco, der bereits zum Departamento Cochabamba gehört.

Fläche: Der Park und das angrenzende Integrale Naturschutzgebiet haben eine Fläche von 637.600 Hektar, von denen der auf den Park entfallende Teil 442.500 Hektar umfasst (44.250 km²).

Höhe: Die Höhe schwankt zwischen 3200 und 3000 Metern.

Klima: In den höheren Regionen ist das Klima gemäßigt und in den Tiefzonen heiß. Die jährlichen Durchschnittstemperaturen schwanken je nach Höhenlage der Regionen zwischen 12°C und 24°C. Der Niederschlag variert je nach Zone, er beträgt zwischen 600 und 3400 mm³.

Gewässer: Die bedeutendsten Einzugszonen des Gebiets sind die der Flüsse Río Ichilo, Río Yapacaní, Río Surutú und Río San Mateo, allesamt Nebenflüsse des Río Mamoré.

Zugangswege:

Der Zugang zum Gebiet kann von den Städten Santa Cruz und Cochabamba aus erfolgen. Die Wege ins Innere des Gebietes sind nicht immer in gutem Zustand, was vor allem für die Regenzeiten zutrifft. Daher sind für Fahrten ins Innere des Parks Geländewagen erforderlich. Darüber hinaus wird empfohlen, die Dienste eines Führers in Anspruch zu nehmen.

Touristenattraktionen:

Zu den touristisch attraktivsten Orten zählen:
  • Mucuñucú, wo sich ein 40 Meter hoher Wasserfall sowie ein sehr schön gelegener Fluss mit Brunnen und Höhlen befindet; 
  • Saguayo, wohin man nur nach dem überqueren des Río Yapacani gelangt und wo eine große Vielfalt von Tieren, Vögeln und Orchideen bewundert werden kann;
  • La Chonta, ein besonders für Vogelliebhaber außergewöhnlicher Ort;
  • das Flussdelta, das einen majestätischen Panoramablick bietet;
  • La Yunga de Mairana, wo sich Riesenfarne von besonderer Schönheit neben einer reichhaltigen Vegetation befinden und wo es auch Campingplätze gibt;
  • Siberia, ein wolkenverhangener Wald mit ungewöhnlicher Blumenvielfalt, der auch zur Vogelbeobachtung gut geeignet ist.
Charakteristiken des gebietes

Das Naturschutzgebiet gehört zur bergigen ökoregion des subtropisch-feuchten Waldes der Yungas. Es umfasst eine große Zahl von ökosystemen mit feuchten Bergzonen sowie sehr feuchten subandinen und an den Bergfüßen gelegenen Wäldern, die ihrerseits wiederum eine große biologische Vielfalt beheimaten. Diese Regionen haben übergänge zum subfeuchten Waldgebiet des bolivianischen Tucumano, zur sehr feuchten und an den Bergfüßen gelegenen Waldregion sowie zu den Trockenwäldern der mesothermischen Täler. Der Zugang zu diesem Gebiet ist aufgrund seines hügeligen Geländereliefs schwierig, was den Erhalt der Region begünstigt hat. Anders verhält es sich dagegen mit den niedriger gelegenen Teilen des Parks, die durch die Besiedlung in Mitleidenschaft gezogen worden sind.

Flora: Aus der enormen Vielfalt der im Park beheimateten Pflanzen ragt der Riesenbaumfarn (Cyathea Alsophyla) heraus, der in den wolkenverhangenen Wäldern anzutreffen ist. Außerdem finden sich noch andere Baumarten wie die Mara oder der amerikanische Mahagonibaum, die Asai-Palme, die Bergpinie (Podocarpus spp.), der Nussbaum (Juglans boliviana) sowie eine große Zahl von Orchideenarten.

Fauna: Als Ergebnis des Plan de Manejo Integrado wurden 127 Säugetierarten registriert, unter denen die 43 Fledermausarten eine Sonderstellung einnehmen. Unter den Großsäugern finden wir den Andenbär oder Jucumari, den Jaguar oder amerikanischen Tiger sowie den Ameisenbär. Auch eine große Zahl endemischer Arten findet sich im Park, 105 Reptilienarten und 73 Amphibienarten, unter ihnen 50 Krötenarten. Es gibt 812 Vogelarten, unter denen die das größte Interesse hervorrufenden Vögel die Pava de copete (Pauxi unicornis) sowie die Paraba militar (Ara militaris) sind. Viele endemische und in anderen Regionen bedrohte Vogelarten überleben in diesem Park.

Genetische Ressourcen: Das Gebiet stellt ein Naturreservat mit einer Vielfalt an für tropische ökosysteme typischen genetischen Wildressourcen dar. Darüber hinaus sind wirtschaftlich bedeutende Arten wie Feinhölzer zu nennen, die durch den Handel bedingt vom Aussterben bedroht sind.

Archäologie: Im Süden der Schutzzone (Einflusszone) finden sich die präkolumbinischen Ruinen des Fuerte de Samaipata sowie die Bilderschriften des Tunal.

Landschaftliche Reize: Das bergige Relief der Region und die besonderen Felsformationen mit ihren Tälern und tiefen Schluchten bilden eine Landschaft von unvergleichlicher Schönheit. Das Bild wird noch durch die Sturzbäche und Wasserfälle abgerundet, die dem Gebiet ihren außergewöhnlichen landschaftlichen Charakter geben.

Bevölkerung: Im Norden des Naturschutzgebietes gibt es Niederlassungen von aus dem Hochland stammenden Siedlern. Die im Süden angrenzende Region wird von Bauern aus den zum Departamento gehörenden Tälern bewohnt, während sich in Richtung Osten Guaraya-Gemeinschaften niedergelassen haben. Im Umkreis des Gebietes schließlich befinden sich solch pittoreske Ortschaften wie Samaipata, Comarapa und Buena Vista.

Touristische Infrastruktur

Außerhalb des Gebietes besteht eine touristische Infrastruktur in den Orten Samaipata, Mairana und Buena Vista, wo es verschiedene Hotels, Herbergen, Restaurants, Erste-Hilfe-Einrichtungen, Kommunikationsdienste und Autowerkstätten gibt.

Das Naturschutzgebiet ist geeignet für Expeditionen, Bergsteigen, Trekking, Bergradsport, Fotographieren sowie Vogel- und Pflanzenbeobachtung. Die Flüsse Ichilo und Yapacaní eignen sich zudem für Rafting und Kanusport.

Nützliche Adressen:

Verwaltungssitz des Parque Amboró, Samaipata s/n, Tel. +591 (3) 944-6079.

Informationsbüro in La Paz (DNCB), Calle Batallón Colorados, Edif. El Cóndor, p. 13, La Paz. Tel. +591 (2) 2316077 - 2316230, Fax 2316230

Der Nationalpark Noel Kempff Mercado

Lage: Der Nationalpark Noel Kempff Mercado ist im Nordwesten des Departamento Santa Cruz gelegen und grenzt an Brasilien.

Fläche: 914.000 Hektar

Höhe: Die Höhe schwankt zwischen 100 und 750 Metern.

Klima: Das Klima ist tropisch heiß und feucht. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt zwischen 1600 2500 mm³.

Gewässer: Das bedeutendste Wassereinzugsgebiet ist das des Río Iténez oder Río Guapore, wo die Flüsse Río Paucerna und Río Verde zusammenfließen.

Besonderheiten des Gebiets: Das Gebiet ist in einer biogeographischen Zone gelegen, in der die Einflüsse der im Norden befindlichen Amazonasregion, des im Süden gelegenen subtropischen Trockenwaldes, des geschlossenen brasilianischen Waldes im Osten und des Chicitano-Waldes im Westen aufeinander treffen. Darüber hinaus stellt es einen Teil der Verlängerung des brasilianischen Schildes und eine der ausgedehntesten Erhebungen der Region dar. Diesen Besonderheiten ist es zu verdanken, dass der Park ganze Gemeinschaften und eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren beherbergt, die in Bolivien einzigartig sind. Unter den ökosystemen ragen der subfeuchte Wald - aufgrund seiner Einzigartigkeit in Bolivien -, der jahreszeitlich feuchte Wald in den Tiefebenen, der Flusswald, die übergänge zum halbfeuchten Wald sowie die Savannen des geschlossenen Waldes in ausgezeichnetem Erhaltungszustand heraus. Traditionell wurde diese Zone zur Kautschukgewinnung genutzt.

Flora: Die pflanzenkundlichen Aufzeichnungen zeigen, dass die Parkflora eine reiche Vielfalt an pflanzlichen Formationen aufweist und aufgrund ihrer endemischen Vorkommen, ihrer Anpassungen sowie der Einzigartigkeit einiger Artengemeinschaften ungemein intreressant ist. Arten von hoher wirtschaftlicher Bedeutung wie die Mara (Swietenia macrophylla), die Eiche (Amburana caearensis), die Zeder (Cedrela odorata), der Kautschukbaum (Hevea brasiliensis), verschiedene Palmenarten sowie der Asai oder Palmito (Euterpe precatoria) sind besonders erwähnenswert, neben einer bedeutenden Artenvielfalt von Orchideen und anderen für den geschlossenen Wald typischen pflanzlichen Artengemeinschaften.

Fauna: Das Gebiet ist von Wildarten bewohnt, wie dem Damtier bzw. dem Weißhirsch (Ozotocerus bezoarticus), aber auch dem Rotwild (Masama guazoubira und Mazama americana) sowie dem Tapir (Tapirus terrestris). Unter den Katzenarten sind der Jaguar (Panthera onca) und die Tigerkatze (Felis pardalis) zu nennen, und es gibt sogar Berichte vom Aufkommen des Schwarzjaguars bzw. Panthers (jaguar melánico). Unter den 8 Primatenarten sind der Titi-Affe (Callithrix argentata), der Mari-Affe (Ateles paniscus) sowie der Manechi (Alouatta caraya) zu nennen.

Die anzutreffenden Vogelarten werden auf über 700 geschätzt, unter denen der Paraba Jacinta (Anodorhynchus hyacinthynus), der endemische Turdus haplochrous sowie der Piyo (Rhea americana) besondere Erwähnung verdienen.

Die Herpetofauna wird durch den Schwarzkaiman (Melanosuchus niger) repräsentiert, die Eidechse (Caiman yacare), das Krokodil (Paleosuchus palpebrosus), die Sicurí (Eunectes murinus) und die Boa (Boa constrictor). Unter den Wasserschildkröten finden sich die Tataruga (Podocnemis expansa) und die Traracaya (Podocnemis unifilis).

Archäologie: In der Region Piso Firme befinden sich archäologisch interessante Stätten. In dem Einflussgebiet gibt es Orte von besonderem historischen Wert wie beispielsweise die Kolonialkirchen der Jesuitenmissionen in den Ortschaften San Ignacio de Velasco, Concepción, Guarayos und San Javier.

Landschaftliche Reize: Der Park umfasst einen Großteil der Meseta von Caparuch bzw. Huanchaca, die sich bis in eine Höhe oberhalb von 1000 Metern erhebt und die umgebende Ebene damit um annähernd 600 Meter überragt. Diese Formation beheimatet wertvolle Habitats von großer biologischer Vielfalt und bietet darüber hinaus eine atemberaubend schöne Landschaft.

Bevölkerung: Das Innere des Parks ist unbewohnt. Im Einzugsgebiet gibt es traditionelle und bäuerliche indigene Guarayo-Gemeinschaften und auf der anderen Flussseite leben brasilianische Bauern und Händler.

Touristeninformation: Das Touristenpaket umfasst Unterkunft und drei Mahlzeiten pro Tag. Die Lager Flor de Oro und Los Fierros haben eine touristische Infraestruktur. Das Hauptlager befindet sich in Flor de Oro.

Zugangswege: Die möglichen Zugangswege zu den Lagern mit ökotouristischer Infrastruktur sind:

Flor de Oro


Luftweg: Santa Cruz - Flor de Oro - Santa Cruz

Flugzeit: 2 Stunden

Entfernungen Landweg:

Santa Cruz - Los Troncos: 135 km

Los Troncos - San Ramón: 60 km

San Ramón - Concepción: 105 km

Concepción - Santa Rosa - Colonia Matin - La Mechita - Cruce a Moira - Cerro Pelado - Cruce Lago Rey - Cruce Piso Firme: 367 km

Von Piso Firme aus sollte man ein Boot zum Lager Flor de Oro nehmen. Die Reise bis zum Lager dauert - entsprechend der Jahreszeit - 9 Stunden (Trockenzeit) und 5 Stunden (Regenzeit).

Los Fierros

Luftweg: Santa Cruz - Los Fierros - Santa Cruz

Flugzeit: 2 Stunden

Langweg: per Wagen 4 x 4, Santa Cruz - Santa Rosa de la Roca - Florida - Los Fierros: 18 Stunden

Huanchaca 1

Luftweg: Santa Cruz- Hunchaca 1- Santa Cruz

Flugzeit: 2 ½ Stunden

Paucerna

Zugang über den Fluss: Flor de Oro - Paucerna,

Dauer: 5 Stunden (Regenzeit), 9 Stunden (Trockenzeit)

Diese Lager sind nur zugänglich, wenn die atmosphärischen Bedingungen den überflug kleiner Flugzeuge gestatten. Unzugänglich sind sie darüber hinaus in Zeiten starken Regens, bei Brandrodungen oder bei durch starken Regen überfluteten Wegen.

Orte von besonderem touristischen Interesse: Die großen Klippen und Wasserfälle der Gebirgszüge des Precámbrico und deren ausgezeichneter Erhaltungszustand machen diese Region zu einem bevorzugten und besonders interessanten Ziel des ökotourismus.

Die touristisch interessantesten Orte sind die Orchideenbucht (Bahía de las orquídeas), der Mirador de los monos, die Klippen der Meseta von Caparuch sowie die Regenbogen-Wasserfälle (Cataratas Arcoiris).

Touristische Infrastruktur: Der Park verfügt über eine gute touristische Infrastruktur. In Flor de Oro sind 15 Betten, in Los Fierros 30 Betten verfügbar.

Campingflächen gibt es in Los Fierros, Huanchaca 1 und Paucerna.

Freizeitmöglichkeiten: Vogelbeobachtung, Wanderungen, Mountain-Biking, Bootsfahrten und Fotographieren

Nützliche Adressen: Informationsbüro in La Paz (DNGB), Calle Batallón Colorados, Edif. El Cóndor, p. 13, Tel. 316077 - 316230, Fax 316230, La Paz.

Fundación Amigos de la Naturaleza (FAN), Km. 7 Carretera a Samaipata, Tel.: +591 (3) 524921 - 535426 Fax +591 (3) 533389 - Casilla 2241. Santa Cruz.