Tarija
Das als Andalusien Boliviens bezeichnete Departamento ist ein von der Natur bevorzugter Garten, in dem sich Poesie, Gesang und Tanz miteinander verbinden und das mit fruchtbaren Tälern, ausgedehnten Ebenen und Flüssen mit kristallklarem Wasser gesegnet ist. Die Stadt Tarija am Ufer des Río Guadalquivir ist eine Stadt, in der nahezu während des ganzen Jahres ein frühlingshaftes Klima herrscht. Kennzeichnend für Tarija sind die Gastlichkeit, die Fröhlichkeit und die Aufgeschlossenheit ihrer Bewohner.
Im Jahre 1817 befreite sich Tarija von der spanischen Herrschaft und wurde zu einem unabhängigen Territorium, aus dem später die Republik Bolivien hervorging.
In Tarija finden sich einerseits Spuren von Dinosauriern längst vergangener Zeiten an hochinteressanten paläontologischen Fundstätten, andererseits die überaus fruchtbare Erde reichgesegneter Weinberge, auf denen vollmundige, feine Weine reifen. In Tarija begegnen wir aber auch einer der bedeutendsten Fischressourcen des Landes - dem wasserreichen Río Pilcomayo, der zum Becken des Río de La Plata zählt.
Tarija hat zwei hauptsächliche Produktionsbereiche - die Fischerei und den Traubenanbau. Beide Ressourcen haben höchste Qualität und sind in Mengen vorhanden, die zur Versorgung des ganzen Landes ausreicht. Beides, die Flüsse und die Weinberge der Region bieten einen verschwenderischen Produktreichtum, worauf die Bewohner durchaus stolz sind. Die Erzeugung von Wein ist hierbei besonders erwähnenswert, ist doch dessen Qualität diesseits und jenseits der Grenzen Boliviens anerkannt.
Die Bevölkerung Tarijas ist gastfreundlich und warmherzig wie ihre Region. Ihre Aufgeschlossenheit und Lebensfreude sind bemerkenswert und hinterlassen beim Besucher Tarijas unvergessliche Eindrücke. Die Musik, aber auch die romantischen und bisweilen nostalgischen Geschichten erzählen von der Liebe und von der Schönheit der Frauen Tarijas.
Allgemeine Angaben
Lage: Das Departamento Tarija liegt im Südosten Boliviens und grenzt an Argentinien und Paraguay.Fläche: 37.623 km²
Bevölkerung: 291.400 Einwohner (Stand im Jahre 2001)
Klima: Tarija hat ein gemäßigtes und angenehmes Klima mit einer Durchschnittstemperatur von 17°C bis 23°C im Tal sowie von 25°C bis 35°C in der suptropischen Region.
Sprachen: Spanisch, Tupi Guaraní, Ketschua und andere indigene Sprachen
Hauptfeste:
Karneval: Februar-März (beweglich)
Pascua Florida: 16. April (beweglich)
San Lorenzo: 10. August
Fest der Virgen de Chaguaya: 15. August
San Roque (Hauptfest von Tarija): 1. Sonntag im September
Internationales Festival del Lapacho: 4., 5. und 6. Oktober
Zugangswege: Von Tarija aus führt eine Hauptstrecke ins Innere des Landes, die die Stadt mit Potosí und Villazón an der Grenze zu La Quiaca in Argentinien verbindet.
Eine weitere Landstraße führt in Richtung Süden zu der Ortschaft Bermejo.
Von Tarija aus biegt eine Landstraße ab, die zu der Ortschaft Yacuiba - Pocitos Bolivia an der Grenze zu Pocitos Argentina führt.
Eine weitere wichtige Landstraße verbindet Yacuiba mit der Strecke Villamontes - Camiri - Santa Cruz.
Internationaler Zugang: Luftweg über Santa Cruz, La Paz und Cochabamba.
Flughafen: Oriel Lea Plaza, Tel. +591 (4) 6645899, +591 (4) 6643135
Touristeninformation in Tarija:
Unidad Departamental de Turismo. Edificio Prefectural. Tel. +591 (4) 6631000
Touristenattraktionen in der Stadt Tarija
Das Museum für Paläontologie, Archäologie und GeschichteIn Tarija waren in prähistorischer Zeit verschiedene Dinosaurierarten beheimatet, deren Spuren im Museum für Paläontologie, Archäologie und Geschichte, einer bedeutenden nationalen Sammlung, bewundert werden können. Von den 700 ausgestellten Exponaten des Museums sind 505 Säugetieren zuzuordnen, deren fossile überreste in der quartärzeitlichen Höhle von Tarija gefunden wurden, während 195 Teile Versteinerungen wirbelloser Tiere des Paläozon darstellen. Die archäologische Abteilung umfasst 5000 Stein- und Keramikstücke wie Pfeilenden, Speere, geschliffene Formen, Spinnrocken, Krüge, Töpfe und ähnliche Gegenstände.
Die Kirche San Francisco
Im Jahre 1606 gegründet, ist die Kirche San Francisco eine der ältesten Tarijas. Ihr sind eine Bibliothek mit mehr als 15.000 Bänden von hohem historischen Wert sowie eine kolonialzeitliche Pinakothek angeschlossen.
Die Metropolitankathedrale
Im Jahre 1810 durch die Jesuiten erbaut und 1925 in den Rang einer Kathedrale erhoben, beherbergt das Gotteshaus heute in seinem Innern eine öffentliche Schule sowie das Kathedralmuseum, in dem ein wirklicher Schatz an ölgemälden, Silbergeräten und goldenen Kelchen mit Steineinlegearbeiten zu bewundern ist.
Die Kirche San Roque
San Roque ist der eigentliche Mittelpunkt für Festlichkeiten in Tarija. Hier finden das Patronatsfest zu Ehren des Hl. Rochus statt. Zu seinen Ehren ziehen die "Chunchos" genannten Prozessionen und Tänzer durch die Straßen der Stadt.
Die Kirche San Juan
Im Jahre 1632 gegründet, stellt die Kirche San Juan den Ort dar, an dem die Kapitulation der Spanier besiegelt und somit der Triumpf des nationalen Befreiungsheeres im Anschluss an die Schlacht von La Tablada am 15. April 1817 verkündet wurde. Die Kirche liegt in einer Region gleichen Namens, von der aus man einen Rundblick über die Stadt genießen kann.
Die Casa Dorada
Die Casa Dorada, die derzeit als Casa de la Cultura (Haus der Kultur) von Tarija dient, wurde 1930 gegründet. Auffällig ist die Fassade mit ihren Statuetten im oberen Teil. über dem Obergesims sowie dem Atrium sind Statuetten triumphierender Frauen zu sehen.
El Molino
Im gleichnamigen Viertel gelegen, hat El Molino sein kolonialzeitlichens Aussehen erhalten. Hier wird auch das Fest zu Ehren der Rosenkranz-Madonna (Virgen del Rosario) gefeiert.
Die Avenida "Las Americas"
An den Ufern des Río Guadalquivir gelegen, ist die Avenida Las Américas eine ausgedehnte, prachtvolle Straße, die die Stadt im Süden flankiert.
Das Observatorium
In der Nähe der Stadt gelegen, gehört das Observatorium zur Akademie der Wissenschaften Boliviens. Tarija wurde aufgrund seiner besonderen Möglichkeiten der Himmelsbeobachtung als Standort für das Observatorium ausgewählt, das abends auch der öffentlichkeit zur Planeten-, Mond- und Sternbeobachtung offen steht. Aus dem In- und Ausland kommen Menschen hierher, um mit Hilfe der modernen, mächtigen Teleskope Himmelsphänomene wie eine Finsternis oder den Vorbeizug eines Kometen zu beobachten.
Sehenswürdigkeiten im Departement Tarija
Die Chaco-RegionEin Großteil der Chaco-Region besteht aus weit ausgedehten, sich in den Süden hinein erstreckenden Ebenen. Hier finden sich holzreiche Wälder, aber auch verschiedene Flüsse, deren bedeutendster der Pilcomayo ist, dessen Fischreserven in verschiedenen Gegenden des Landes auf die Märkte gelangen.
Yacuiba: Yacuiba ist ein bedeutendes städtisches Zentrum mit einer sehr unterschiedlichen Vegetation und Tierwelt. Eine asphaltierte Landstraße verbindet die Region mit Argentinien. Alljährlich findet in Yacuiba eine als FESTIFRONT bekannte Veranstaltung statt.
Villamontes: Die beliebteste Freizeitbeschäftigung in Villamontes ist der Angelsport, der ganzjährig am Río Pilcomayo möglich ist, aber nur mit Angelhaken betrieben werden darf. Die Stadt, die sich um das Land in besonderer Weise verdient gemacht hat, ist aufgrund ihrer Rolle im Chaco-Krieg (1932 - 1935) eng mit der bolivianischen Geschichte verbunden. Hier fand während dieser Zeit die erste kriegerische Auseinandersetzung mit Parguay statt. Villamontes ist auch Veranstaltungsort des Internationalen Fischfestivals.
Das Tarija - Tal
La Tablada: La Tablada ist der Name einer historischen Ebene, auf der die tapferen Montoneros unter dem Befehl des Caudillo "Moto Méndez" einen legendären Feldzug für die Sache der Freiheit führten. Auf den Tablada-Feldern wird auch der Rodeo Chapaco veranstaltet.
Tomatitas: Tomatitas ist ein Naturheilort mit sonnigen Stränden, der von den hier zusammenfließenden Flüssen Río Guadalquivir und Río Erquis umspült wird. An dieser Stelle findet sich auch eine ansehnliche Hängebrücke sowie ein waldreiches Parkgelände, das sich gut zum Campen eignet. Der Besuch des Ortes ist aufgrund des heißen Klimas zu jeder Jahreszeit möglich. Dem Besucher steht die örtliche, die landestypische, aber auch die internationale Küche offen, darüber hinaus kann er den köstlichen Vino Patero oder den Maiswein "Chicha" genießen.
Rincón de la Victoria: Rincón de la Victoria ist einer der touristisch interessantesten Orte Tarijas, der besonders am Wochenende viel zu bieten hat. Sehenswert ist vor allem der Rundblick auf eine paradiesische Umgebung, die ein Grün in allen Tonlagen bietet.
Chorros de Jurina: Chorros de Jurina ist der Name des Wasserfalls bzw. der Stromschnelle eines sich hinabstürzenden und anschließend zwei Flussläufe bildenden Stroms. Die beiden Läufe tragen die Namen Chorro Blanco und Chorro Negro und liegen in einer atemberaubend schönen Landschaft. Das Wasser stürzt aus einer Höhe von 40 Metern hinab, um am Fuß des Falls eine Dunstwolke zu bilden, die je nach Intensität der Sonnenstrahlen bzw. der Sonnenposition die unterschiedlichsten Farbnuancen annehmen kann.
San Lorenzo: In San Lorenzo wurde der Nationalheld und Guerillero Don Eustaquio Méndez geboren. Die Stadt ist geprägt durch ihr koloniales Ambiente sowie gepflasterte Straßen und Häuser mit geschnitzten Balkonen. Hier steht auch das Haus des Moto Méndez, das heute Sitz eines Nationalmuseums ist. Die aus dem Jahre 1709 stammende Kirche des Orts weist noch ihre ursprüngliche Architektur auf und liegt inmitten eines Weinbergs.
Das Museum Casa del Moto Méndez: In dem Ort San Lorenzo trifft der Besucher auf das Haus des Moto Méndez, eines der großen Anführer der Unabhängigkeitsbewegung. Im Innern werden noch Teile aus dem persönlichen Besitz des großen Vorkämpfers in einer für dessen Zeit typischen Umgebung aufbewahrt. Auch noch zu sehen sind das Testament, das Moto Méndez in seiner Todesstunde hinterlassen hat, sowie die Waffen, die er und seine Montoneros in den Unabhängigkeitskämpfen führten.
Coimata: Die zwischen zwei Bergen gelegenen Wasserfälle bilden reizvolle Lagunen, in denen sich sowohl Einheimische als auch Besucher gerne erfrischen. Coimata ist auch hervorragend zum Schwimmen, Sonnenbaden sowie zum Genießen der Natur und ihrer reichhaltigen Flora geeignet.
San Jacinto: In San Jacinto werden Wassersport betrieben und nationale und internationale Kanuwettbewerbe veranstaltet. Auch zum Angeln ist der Ort hervorragend geeignet.
Erquis: Erquis ist der Name einer Zone mit vielen Freizeitmöglichkeiten für Einheimische und Besucher, die sich auch für die Jagd und den Angelsport eignet.
Tolomosita: Tolomosita ist ein Naturheilort mit geologischen Formationen aus zahlreichen, weitläufigen Kreideklippen, die entlang einer Flussaue aufragen und die unterschiedlichsten Formen bilden.
Tolomosa: Tolomosa ist ein von hohen, starken Bäumen und grünen Weiden geprägter Naturheilort.
San Andrés: In San Andrés, das ebenfalls Naturheilort ist, findet alljährlich die Kartoffelmesse (Feria de la Papa) statt.
El Angosto de San Luis: Am Zusammenfluss des Río Guadalquivir und des Río San Jacinto liegt der Kurort El Angosto, dessen tiefe Wasserseen den Jugendlichen des Orts für ihre Mutproben dienen, wenn diese sich von einer ca. 20 Meter hohen Hängebrücke aus ins Wasser stürzen.
Concepción: In dieser in allerreinster Kolonialarchitektur erhaltenen Stadt, einem Ort der Weinberge und Gärten, findet das traditionelle Fest der Traube statt.
Padcaya: Padcaya zeichnet sich durch seine Mischarchitektur aus, die auch kolonialzeitliche Elemente aufweist. Bemerkenswert sind besonders die überreste eines alten, im Bezirk des Stadtrats (Cabildo) stehenden Gebäudekomplexes. In ihm finden sich Höhlen mit archäologisch interessanten und auf antike Zivilisationen zurückgehenden Resten von Felsmalereien.
Bermejo: Bermejo, wo auch das "Festival Internacional del Lapacho" stattfindet, bietet verschiedene Freizeitmöglichkeiten und ist auch für die Jagd geeignet. In den angrenzenden Flüssen Bermejo und Tarija wird zudem Angelsport betrieben. Zu den Sehenswürdigkeiten der Region zählen der Naturkurort El Chorro und der als bedeutendste Fischressource des Landes angesehene El Cajón, der für Abenteuertouristen zudem eine hervorragende Stelle zum Angelsport bietet.
Entre Ríos: Entre Ríos ist vor allem für eine reichhaltige und vielfältige Flora bekannt. Hier wird auch das berühmteste folkloristisch geprägte Fest des Departamento, die Fiesta de la Virgen de Guadalupe, gefeiert.